Bad Dürkheim Seitenwechsel:

Kabinenfeste oder Mannschaftsabend gibt es in fast jedem Fußballverein. Damit sollen das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt werden oder Missstände in entspannter Runde angesprochen werden. Meist sind diese Abende ausgelassen und fröhlich, zumal Stimmung und Alkoholpegel in der Regel gleichmäßig steigen. In vielen Fällen ist Bier das passende Kaltgetränk. Der Trainer wird dann selbstredend eingeladen, wenngleich es erst so richtig rund geht, wenn der Chef gegangen ist. Ältere und erfahrene Übungsleiter wissen das und ziehen sich nach einer Weile diskret zurück, so wie vor ein paar Tagen Günther Golfier vom SV Weisenheim am Sand und Claus-Jürgen Helfrich vom TuS Wachenheim. Klar, dass man sich da als Respektsperson nicht volllaufen lassen kann. Golfier trinkt laut seinen Worten selten Alkohol und ließ es bei einem kleinen Bier bewenden, „das ich noch nicht einmal ausgetrunken habe“. Auch Helfrich, nach eigener Aussage eher Weinfreund, ließ es bei einem Bierchen bewenden. Und die Moral von der Geschicht? Die beiden Trainer sind ihrer Anwesenheitspflicht nachgekommen, haben Haltung bewahrt und so ihre Position gefestigt. Guter Auftritt. (thl) Wenn man sich mit Fußballtrainern, die Mannschaften in unteren Klassen anleiten, unterhält, dann gibt es nicht selten Klagen über fehlendes Engagement der Kicker. Geburtstag der Oma, längere Arbeitszeiten oder urplötzliche Erkrankungen werden gerne als „Entschuldigung“ angeführt, um mal eine Trainingseinheit sausen zu lassen. Das kann man kritisieren oder auch nicht, denn Fußball spielt in A-, B- oder C-Klasse oft nur eine untergeordnete Rolle. Doch es gibt Ausnahmen. So hat der Torwart des B-Ligisten TuS Wachenheim, Patrick Stephan, am Dienstag weit über 100 Kilometer einfache Strecke auf sich genommen, um in der zweiten Garnitur zu kicken, die in der C-Klasse spielt. Stephans Intention: Der Torwart wollte unbedingt mal im Feld spielen. Der Trip hat sich gelohnt, denn dem 18-Jährigen, den Trainer Claus-Jürgen Helfrich als „für sein Alter erstaunlich reif und ganz tollen Menschen“ bezeichnet, gelangen vier Treffer. Das ließ die spätabendliche Rückfahrt doch leichter fallen. (thl) Sergen Gülay, der 20 Jahre alte Mittelfeldspieler des Fußball-Bezirksligisten Rot-Weiss Seebach, stand bisher nicht in Verdacht, ein treffsicherer Torjäger zu sein. In den beiden vergangenen Spielzeiten gelangen dem Außenbahnspieler jeweils zwei Treffer. Diese Ausbeute hat er am Sonntag in nur 25 Minuten erreicht. In der 65. Minute eingewechselt drehte Gülay mit einem Doppelpack die Partie gegen Südwest Ludwigshafen, machte aus einem 1:2-Rückstand ein 3:2. Beim 2:2 traf er mit seinem ersten Ballkontakt. Offenbar hat er sich am Freitagabend in der Zweiten Mannschaft das Selbstvertrauen für einen solchen Auftritt geholt. Da erzielte Gülay sogar vier Tore und wird an sein spezielles Wochenende wohl noch lange denken. „Ich freue mich sehr für ihn, weil Sergen unglaublich engagiert und ein effektiver Joker ist, der keine Anlaufzeit braucht“, sagte RWS-Trainer Roland Beck. (thl)