Wachenheim
Schwieriges Bauprojekt: Lindenbrunnencarré vor dem Abschluss
Eigentlich sollte das „Lindenbrunnencarré“ genannte Bauprojekt am Königswingert/Am Lindenbrunnen bereits seit Sommer 2023 fertiggestellt sein. Der Baubeginn auf dem etwa 3000 Quadratmeter großen Areal hatte sich immer wieder verschoben. Nun steht das Projekt vor dem Abschluss. Zum Jahresende sollen die meisten Arbeiten beendet sein.
In drei Häusern entstehen 18 Eigentumswohnungen mit 70 bis 140 Quadratmetern Wohnfläche. In einem vierten Gebäude, das sich zwischen Haus 1 und Haus 2 befindet, wird die Wachenheimer Filiale der Sparkasse Rhein-Haardt einziehen. In der Tiefgarage soll es für die Bewohner 38 Stellplätze und im Außenbereich zehn Parkmöglichkeiten geben. Für die Gewerbetreibenden stehen insgesamt 20 Parkmöglichkeiten zur Verfügung.
Öffentliche Kritik
Das gesamte Projekt, das auf dem Gelände der ehemaligen Scharfenberger-Halle errichtet wird, war von Beginn an der öffentlichen Kritik ausgesetzt. Anwohner hatten über 200 Unterschriften gesammelt, um sich gegen das Ausmaß der Bebauung zu wehren. Ein dreistöckiges Gebäude mit einer Firsthöhe von elf Metern wurde als zu massiv angesehen. Außerdem fürchteten Anwohner, dass es zu hohen Lärm- und Verkehrsbelastungen kommen werde und die vorhandenen Parkplätze nicht ausreichten.
Nach Gesprächen mit den Anwohnern hatten die Investoren ihre ursprünglichen Pläne geändert. Einige Geschosse sollten durch umlaufende Balkone weniger wuchtig wirken, an anderer Stelle kam jedoch ein zurückgesetztes halbes drittes Geschoss hinzu. „Wir sind froh, dass wir das Projekt, das vielen Schwierigkeiten und Widrigkeiten ausgesetzt war, nun in Kürze beenden können“, sagt Volker Eckl, der das Bauvorhaben als Gesellschafter und Geschäftsführer der Projektgesellschaft Wachenheim umgesetzt hat.
Störende Straßensperrungen
Auch weiterhin gibt es Anwohner, die mit dem Projekt ihre Probleme haben. So meldete sich eine Anwohnerin bei der RHEINPFALZ und bemängelte, dass Straßensperrungen länger dauerten als angekündigt. Anwohner seien durch Lärm und Staub der Arbeiten beeinträchtigt. Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) kennt die Bedenken aus der Anfangszeit, aktuelle Beschwerden seien ihm jedoch nicht bekannt. Die Sperrungen in dem Bereich hätten vielfältige Ursachen gehabt, betont er. Unter anderem seien durch die Stadtwerke Mittelspannungsleitungen und durch Inexio Glasfaseranschlüsse gelegt worden.
„Der Hochbau sollte noch in diesem Jahr, spätestens im Januar, komplett abgeschlossen sein. Das große Haus vorn am Königswingert wird im November fertiggestellt sein. Es folgen dann Haus 2 im Dezember und Haus 3 im Januar“, erklärt Eckl. Die Dächer würden begrünt und zum Teil mit Photovoltaik-Anlagen ausgestattet. Die Außenanlagen könnten bei günstigen Wetterverhältnissen im Frühjahr gestaltet sein. Die Sparkasse sei eigentlich schon bezugsfertig. Dort würden nur noch die technischen Voraussetzungen seitens der Deutschen Telekom fehlen.
Fast alle Wohnungen verkauft
Im Haus 1 können sich ab November ein Zentrum für Kurzzeitpflege, das beispielsweise auch Beatmungspatienten betreuen kann, ein Physiotherapeut, eine Logopädin und ein kleines Büro einrichten. Eckl berichtet weiter, dass bis auf eine Wohnung alle Objekte bereits verkauft seien. Er räumt ein, dass das Bauvorhaben bereits vor drei Jahren hätte beendet sein sollen.
„Der Hauptgrund für die lange Verzögerung war, dass wir die Baugenehmigung erst im Sommer 2023 bekommen haben. Zu dem Zeitpunkt ging der Generalunternehmer in die Insolvenz und das ganze Projekt musste neu kalkuliert und finanziert werden, weil die damaligen Zahlen etwa 45 Prozent über den anfänglich kalkulierten Werten lagen“, erzählt Eckl. Er erinnert daran, dass eine Tonne Stahl im Jahr 2020 etwa 350 bis 400 Euro gekostet habe. Im Jahr 2023 sei der Preis pro Tonne auf 1700 Euro geklettert. „Da wir etwa 500 Tonnen Stahl verarbeitet haben, kann man sich vorstellen, welche Mehrkosten nur in dem Bereich entstanden sind“, sagt der Investor. Schwierige Wetterbedingungen im Herbst und Winter 2023/2024 hätten den Baubeginn auf den Februar 2024 verschoben.