Bad Dürkheim Schwarz steigt aus dem Sattel

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Der Reiterverein Bad Dürkheim steht im Moment ohne Ersten Vorsitzenden da. Klaus Schwarz, erst im Januar mit großer Mehrheit im Amt bestätigt, hat in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung bereits Ende Februar sein Amt niedergelegt – gemeinsam mit vier weiteren Vorstandskollegen. Grund waren offenbar Differenzen innerhalb des Gremiums über die Art und Weise der Vereinsführung – oder auch persönliche Spannungen.

Schwarz hatte für 29. Februar eigens eine außerordentliche Versammlung einberufen, um seine Entscheidung zu verkünden. Seinem Rücktritt folgten Schriftführerin und Pressewartin Anja Sehr, Sportwartin Kirsten Kaltenhäuser, Jugendwartin Anne Thiel und Beirätin Angelika Unckrich. Schwarz, beruflich ein Spitzenmanager bei der BASF, beschreibt der RHEINPFALZ gegenüber in diesem Zusammenhang den schwierigen Spagat zwischen Vereinsstruktur und unternehmerischer Führung, der in einem Club mit der Größe des RV mit seinen rund 300 Mitgliedern nur sehr schwer zu bewältigen sei. Das gelinge nur, „wenn man vollstes Vertrauen zueinander hat, es muss alles Hand in Hand gehen und zuverlässig funktionieren, sonst ist das ehrenamtlich in diesem Umfang nicht zu bewältigen“. Dieses Vertrauen war im Vorstand offenbar verloren gegangen. Insbesondere stimmte wohl die Chemie zwischen Schwarz und Schatzmeisterin Angela Mackrott nicht mehr. Ein Vereinsmitglied spricht von zwei turbulenten Mitgliederversammlungen, bei denen deutlich geworden sei, dass Schwarz und Mackrott offenbar nicht mehr zusammenarbeiten können. „Da ging es um Personen, nicht um die Sache.“ Schwarz habe den RV aber doch seit mehr als zehn Jahren erfolgreich geführt, sagt unsere Quelle: „Der Verein steht da wir kaum ein anderer.“ Trotzdem gebe es Mitglieder, die Schwarz autokratischen Führungsstil vorwürfen. Er würde den Verein behandeln, als gehöre er ihm. „Da kann ich nur sagen: Das ist doch das Beste, was uns passieren kann.“ Die Vorgeschichte: Angela Mackrott hatte im vergangenen August angekündigt, aus Zeitgründen – sie half in der Arztpraxis ihres Mannes aus – bei den turnusmäßigen Neuwahlen im Januar nicht mehr als Schatzmeisterin zur Verfügung zu stehen. Nachdem sich ihre Situation dann aber verändert hatte, teilte sie im Vorfeld der Versammlung dann mit, dass sie doch erneut antreten werde. Schwarz hatte indes mit Karl Heinz Schmidt bereits einen anderen Kandidaten für sein Team vorgesehen – der dann allerdings in Kampfabstimmung gegen Mackrott unterlag. Woraus Schwarz wiederum seine Konsequenzen zog. In der außerordentlichen Versammlung bewarb sich Mackrott dann als einzige Kandidatin für Schwarz’ Nachfolge – und scheiterte denkbar knapp mit 53:54 Stimmen an der erforderlichen Mehrheit. „Die Mitglieder wollten sie weiter als Schatzmeisterin“, erklärt dies zweiter Vorsitzender Horand Rittersbacher, der dem Verein jetzt kommissarisch vorsteht. „Es ist Aufgabe der Mitglieder zu entscheiden: Möchte ich meinen Verein weiterentwickeln, habe ich einen hohen Anspruch, oder bin ich mit dem zufrieden, was ist“, sagt der bisherige Vereinschef im RHEINPFALZ-Gespräch. Er habe den RV von Anfang an gezielt weiterentwickelt, große Projekte in Angriff genommen und auch umgesetzt. Das sei sein Stil gewesen, doch gebe es auch abweichende Ansichten. „Vielleicht wird man ja auch betriebsblind mit den Jahren“, sinniert Schwarz. Ein Wechsel in der Vereinsführung könne Risiken, aber auch eine neue Chance sein: „Vielleicht war es ja an der Zeit und sie machen alles richtig.“ „Wir sind immer noch ein Verein“, sagt dagegen Mackrott zu dem von Schwarz skizzierten Spagat. Rittersbacher versucht eine Erklärung: „Der Unterschied zwischen einem Verein und der Industrie ist erheblich. Vereinsmanagement ist Ehrenamt, in der Industrie geht es um Aktionäre.“ Schwarz sei in seinem verantwortungsvollen Job weisungsbefugt, er könne dort Ergebnisse einfordern und erwarten. „Das funktioniert im Verein aber nicht.“ Angela Mackrott verweist zudem auf die berufliche Einbindung von Schwarz: „Wir sind zeitlich flexibel, sind tagsüber oft auf der Anlage.“ So könnten Probleme besser besprochen und schneller angepackt werden als von jemandem, „der nur abends mal vorbeischaut“. Die neue Schriftführerin Hanna Ort bemängelt, dass das Vereinsleben in der Vergangenheit etwas zu kurz gekommen sei. Das solle sich wieder ändern. Der neue Vorstand sieht optimistisch in die Zukunft. Rittersbacher: „Wir sind ein tolles Team.“ Neben Rittersbacher, Mackrott und Ort gehören dem Vorstand jetzt Harald Kreher als Sportwart, Kristin Haag als Jugendwartin sowie Peter Pres und Ute Trinkaus als Beisitzer an. Eine dritte Position im Beirat ist noch offen. In der Februarversammlung referierte die Vorsitzende des Pferdesportverbandes Pfalz, Brigitte Seidler, referierte zufällig über das Thema Ehrenamt in einem professionell geführten Verein. Und kam zum Schluss, dass es den Verein wie vor 20 Jahren nicht mehr gibt. „Wer einen großen Verein heute wirtschaftlich und sportlich erfolgreich machen will, muss managen.“ Insofern sei Schwarz der perfekte Mann für den RV gewesen: „Einen Besseren hätte man sich dort definitiv nicht wünschen können.“ In der Versammlung sei deutlich geworden, dass einige Leute im RV das nicht hoch genug zu schätzen wüssten. Und die hätten den Vereinschef heftig angegangen. „Einige fühlten sich wohl von ihm auf die Füße getreten, weil sie ihren Job nicht in der Qualität machten, wie er es einfordert.“ Schwarz’ Rücktritt bezeichnet Seidler als „ganz großen Verlust“. Angela Mackrott denkt nach eigenen Angaben daran, in der nächsten Versammlung, wahrscheinlich im Herbst, wieder für den Vorsitz zu kandidieren. „Ich lasse es aber offen. Wenn jemand kommt, der es unbedingt machen will, wäre das auch in Ordnung.“ Kommentar

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