Blickpunkt RHEINPFALZ Plus Artikel Rundkurs für barrierefreies Radeln durch den südlichen Kreis

So soll die Beschilderung der barrierefreien Radwege aussehen.
So soll die Beschilderung der barrierefreien Radwege aussehen.

Im Laufe des Jahres 2022 setzen die beteiligten Kommunen die Pläne für das 80 Kilometer lange barrierefreie Radwege-Netz im Landkreis Bad Dürkheim und in Neustadt um. Wie ist der Sachstand des Projekts, das Tourismus und Wirtschaft zugleich fördern soll?

Die Pläne des Landkreises und der Stadt Neustadt übersteigen deutlich die der anderen Modellregionen. Denn vielerorts werden kürzere Strecken geplant. Hier hingegen soll sich bald ein 80 Kilometer langes barrierefreies Wegenetz über den Kreis erstrecken. Es „verbindet die Städte Bad Dürkheim, Haßloch und Neustadt in Form eines Rundkurses miteinander. Querspangen bei Deidesheim und Wachenheim sowie eine jeweilige Rundtour um Bad Dürkheim und Haßloch sollen eine flexible Gestaltung von Radtouren ermöglichen“, teilt Kreis-Sprecher Arno Fickus mit. Insgesamt liegen neben den genannten drei Kommunen auch Wachenheim, Ellerstadt, Friedelsheim, Gönnheim, Deidesheim, Forst, Ruppertsberg, Niederkirchen und Meckenheim am Wegenetz.

Ein Großteil der Strecken liegt auf sowieso schon als solchen ausgeschilderten Radwegen. „Sinnvolle kleinere Streckenverlegungen auf bestehende Wege und Straßen sind mit den beteiligten Kommunen, Baulastträgern und Akteuren abgesprochen“, heißt es aus der Kreisverwaltung weiter. Auch Vertreter der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz und der Bauern- und Winzerschaft der betroffenen Kommunen waren im Abstimmungsprozess beteiligt.

Ziel: Konflikte vermeiden

„Um Konflikte zu vermeiden, wurde explizit darauf geachtet, dass das barrierefreie Radwegnetz auf Wirtschaftswegen verläuft, deren Nutzung durch den Radverkehr bereits gestattet ist“, teilt Fickus weiter mit. Die Verwaltung appelliere zudem daran, Rücksicht aufeinander zu nehmen, dann sei es kein Problem, wenn Landwirtschaft und Radverkehr Wege gemeinsam nutzen. Auch beim Kreis sieht man die Vorteile für Tourismus und Wirtschaft, die Staatssekretärin Petra Dick-Walther (FDP) im Dezember angesprochenen hat, als sie zur Übergabe des Förderbescheids über 2,1 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds React-EU nach Wachenheim gekommen war. Ziehen barrierefreie Radwege Menschen in die Region, „profitiert die Landwirtschaft, wo die Direktvermarktung vor allem im Weinbau eine Rolle spielt, von diesem Projekt“, so die Kreisverwaltung.

Anforderungen an Wege

Um sich barrierefreies Radwegenetz nennen zu dürfen, werden Anforderungen an die Oberfläche der Wege gestellt, die teilweise auch neu gebaut werden. Sie sollten erschütterungsarm und leicht befahrbar sein. Eine Steigung von sechs Prozent soll nicht überschritten werden. Es gibt eine Mindestbreite von 2,50 Metern, wo die Wege schmaler sind, muss es in Sichtweite sogenannte Begegnungsflächen geben, an denen breitere Fahrzeuge aneinander vorbei passen. Die Wege sollen stufenlos sein. Auch die wegebegleitende Infrastruktur soll verbessert werden. Das heißt, Rastplätze werden neu oder ausgebaut, um ebenso barrierefreien Standards zu genügen wie Sanitäranlagen.

Die bauliche Umsetzung liegt bei den beteiligten Kommunen und ist für das laufende Jahr geplant. Wenn nötig, werde man über die einzelnen Maßnahmen informieren und auch Umleitungen einrichten. „Die Beschilderung des barrierefreien Radwegenetzes ist im Frühjahr 2023 geplant“, erklärt Fickus.

Bis Ende des Jahres sollen die einzelnen baulichen Maßnahmen in den Kommunen abgeschlossen sein. Derzeit laufen die Ausschreibungen. „Parallel wurde die Planung der Beschilderung des barrierefreien Radwegenetzes ausgeschrieben und vergeben“, so der Kreissprecher. Die Arbeiten sollen möglichst schnell abgeschlossen sein, dann werden Herstellung und Montage der Schilder beauftragt. Spätestens im Frühjahr 2023 sollen sie dann angebracht werden. Denn erst nach der Beschilderung kann das barrierefreie Radwegenetz als solches zertifiziert werden.

Aus der Verwaltung gibt es zu all dem gute Nachrichten: Trotz der „straffen Zeitschiene“ bestünden aktuell „keine Probleme für die fristgerechte Realisierung des Projekts“.

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