Bad Dürkheim Rings-Weine unter neuem Dach
Während der Flurbereinigung im Gebiet Schwarzes Kreuz ist zwischen Freinsheim und Erpolzheim in elf Monaten Bauzeit ein ungewöhnliches Gebäude entstanden: Das Freinsheimer Weingut Rings hat hier einen Flachbau mit einer Fläche von 2000 Quadratmetern errichten lassen, dessen eine Hälfte unter der Erde liegt. Investiert haben die Geschwister Rings hier drei Millionen Euro.
Zu sehen ist von außen nur die Halle sowie der künftige Verkostungsraum mit seinen großen Fenstern, von denen aus man einen Blick auf fast alle Ring’schen Weinlagen hat. Die hintere Hälfte, das Kellergebäude, befindet sich komplett unter der Erde. „Das neue Gebäude sollte sich harmonisch in die Weinbergslandschaft einfügen“, erläutert Steffen Rings. Durch die natürliche Isolation des Komplexes sei es auch möglich, auf Heizung oder Klimaanlage komplett zu verzichten. Das Gebäude, westlich des Freinsheimer Friedhofs gelegen, fällt aber aufgrund seiner Bauweise trotzdem auf. Simone Rings erzählt, dass sehr oft Spaziergänger Halt gemacht und sich über die Aussiedlung ihres Betriebs erkundigt haben. „Ich musste auch oft erklären, dass hier keine große Vinothek und keine Straußwirtschaft entstehen“, berichtet sie. Der Weinverkauf, für den die 46-Jährige neben dem Marketing zuständig ist, soll im früheren Stammhaus in der Dürkheimer Hohl bleiben. Die Geschwister planen jedoch, in ihrem neuen Domizil moderierte Weinproben zu veranstalten. Bereits asphaltiert ist der Hof und die Zufahrt zum Grenzweg zwischen Erpolzheim und Freinsheim, der im Zuge der Flurbereinigung noch befestigt wird und der am Ende auf die Landstraße zwischen den beiden Orten trifft. Von hier aus soll das Weingut angefahren werden. Seine Bewährungsprobe hat der Neubau mit dem ersten Herbst bereits bestanden, berichten die Geschwister. Die große Halle mit Wänden aus Beton und den Decken aus Holz stand dabei im Zentrum, denn hier wurden die Trauben angeliefert und einem strengen Ausleseverfahren unterzogen. „Jetzt haben wir ja Platz dafür“, sagt Andreas Rings. Die Handarbeit im Weinberg setze sich bei der Verarbeitung fort. „Wir lesen alle Beeren aus, die nicht gut sind“, erläutert er. Außerdem würden sie nie mechanisch verletzt. So sollen Beeren unversehrt in den Gärbehälter oder in die Presse gelangen. „Noch bessere Weine“, versprechen sich die Geschwister von ihren neuen räumlichen Möglichkeiten. Dabei zählt das Weingut, das seit 2017 als Ökobetrieb zertifiziert ist und im Jahr mittlerweile 200.000 Flaschen verkauft, bereits seit drei Jahren zum Verband der Prädikatsweingüter (VDP). Einen großen Stellenwert hat neben dem Privatverkauf der Fachhandel sowie die Gastronomie. So kann man auch im Berliner Adlon Rings-Weine trinken. Das Anbaugebiet erstreckt sich über fast 40 Hektar. Rot- und Weißweine halten sich die Waage. „Trotz unserer Aussiedlung haben wir nicht vor, noch größer zu werden“, bekräftigen Andreas und Steffen Rings. Man sei aber froh, jetzt mehr Platz für den Weinausbau und die Lagerung zu haben. So habe man zuvor auf See-Container zurückgreifen müssen. Für 65 Barrique- und 25 Holzfässer sowie Edelstahltanks mit einer Kapazität von 180.000 Litern gibt es im neuen Keller jetzt Platz genug. Der Boden ist wegen der besseren Verdunstung zum Teil nur mit Kieselsteinen belegt. „Am aufwendigsten war die Planung“, meint Steffen Rings. Die Bauleitung habe man selbst übernommen. „Wir haben darauf geachtet, Firmen aus der Umgebung zu beauftragen“, betont der 40-Jährige, der sich im Weingut um den Außenbetrieb kümmert. Sein 32-jähriger Bruder Andreas ist hauptsächlich für den Keller zuständig. Am kommenden Wochenende haben die Geschwister ihren Neubau zur Besichtigung geöffnet. „Wir würden uns freuen, wenn sich nicht nur Kunden, sondern alle Interessierten aus der Umgebung ein Bild von unserem neuen Domizil machen“, betont Simone Rings. Termin „Tag der offenen Kellertür“ im Weingut Rings am Samstag und Sonntag, 12 bis 18 Uhr. Gastwinzer sind Axel Neiss aus Kindenheim und Gerd Bernhart aus Schweigen-Rechtenbach.