Bad Dürkheim Richtige Atemtechnik führt zum Ton
Welches Instrument darf es denn sein? Gitarre, Geige oder vielleicht doch Klavier? Wer vor der Entscheidung steht, einen musikalischen Begleiter zu wählen, dem fällt die Wahl oft nicht leicht. Abhilfe soll das Instrumentenkarussell der Musikschule Bad Dürkheim schaffen. Ein Jahr lang können Kinder zwölf Instrumente entdecken und dabei herausfinden, welches ihnen am besten gefällt. Amelie, Lara und David – alle sechs Jahre alt – starten mit einem Instrument, das ihnen bisher nicht bekannt war: die Oboe.
„Und jetzt das Röhrchen ganz vorsichtig massieren“, sagt Simone Petry zu ihren drei jungen Schülern, die alle ein kleines Schilfrohr in den Händen halten. Dieses haben Lara, Amelie und David aus einem Behälter mit Wasser geholt, „denn es kann nur schwingen, wenn es feucht ist“, erklärt die Oboenlehrerin. Wie gut das dann klingt, wenn dem Schilfrohr Töne entlockt werden, demonstrieren die drei Kinder nacheinander, nachdem jeder eine schmale Öffnung in sein Röhrchen „massiert“ hat. „Wenn die Öffnung kleiner ist, wird es für uns leichter, einen Ton zu erzeugen“, meint Petry, die die Leistung ihrer drei Schützlinge lobt, denn jeder schafft es, so in das schmale Röhrchen zu pusten, dass ein Ton erklingt. „Das hört sich komisch an“, lautet Davids Fazit. Eigentlich wartet er schon sehnsüchtig auf die Karussellrunde beim Schlagzeug, doch Oboe „ist auch ganz ok“, so der Sechsjährige. Petry erklärt den drei Grundschülern geduldig die Funktion der Klappen am Instrument. Die jungen Teilnehmer hören ihr aufmerksam zu und setzen dann die beiden Holzblasinstrumente, die Petry zum Üben mitgebracht hat, zusammen: Da wird der Becher mit dem Mittelstück verbunden und dann das Oberstück draufgesetzt. „Vorsichtig an die Unterlippe legen, die Lippen verschwinden lassen und so stark pusten, als müsstest du eine Kerze auspusten, die auf dem Römerplatz steht“, sagt Petry zu David, der in einem Klassenraum der Pestalozzischule steht und versucht, der Oboe Töne zu entlocken. Das klappt auch mehr oder weniger – allerdings pustet er so angestrengt, dass er ganz rote Wangen bekommt. Die beiden Mädels hingegen zeigen sich viel entspannter und werden für ihre tolle Leistung von der Musikschullehrerin gelobt. Das lässt der junge Hahn in dieser Gruppe des Instrumentenkarussells natürlich nicht auf sich sitzen. Er übt fleißig und wird immer besser. „David bekommt immer mehr Power, toll“, lobt Petry dann auch David, bevor in den letzten Minuten der Unterrichtsstunde Rhythmusübungen auf dem Programm stehen. Gemeinsam werden Worte in ihre Silben zerlegt: Zur Fledermaus wird mit einem lauten „Ti-ti-ta“-Ruf in die Hände geklatscht, während der Adler ein „Ta-ta“ ergibt. Die Oboe hat bei den drei Teilnehmern jedenfalls einen guten Eindruck hinterlassen. „Lernen möchte ich sie aber trotzdem nicht“, meint David. „Ich freue mich jetzt auf die Gitarre, denn bei meiner Oma habe ich schon mal Gitarre gespielt“, sagt Amelie, die genau wie Lara auf die nächste Station des Instrumentenkarussells gespannt ist. Dann dürfen sie nämlich in aller Ruhe Gitarrensaiten zupfen.