Bad Dürkheim Peter Gründling muss nach 100 Kilometern passen

. Sonntagmorgen kurz vor halb zehn. Dieter Ehrenberger aus Wiesbaden betritt eine Bäckerei am Stadtplatz, bestellt erst mal einen Espresso. Er nimmt sich die Zeit, ihn im Sitzen zu trinken, bevor es ihn wieder nach draußen drängt. Hinter dem 54-Jährigen liegen 137 Kilometer, die er seit Samstagmorgen, 7 Uhr, zu Fuß von Schweigen-Rechtenbach kommend auf dem Pfälzer Weinsteig zurückgelegt hat. Vor ihm liegen noch 30 Weitere bis ins Ziel nach Obersülzen, das er fünf Stunden später erreichen wird. Da kann ein schneller Espresso als Stärkung nicht schaden. Er ist gut zehn Minuten weg, da kommen erst der Kölner Thomas Strohmeyer und wenige Meter hinter ihm der Würzburger Frank Beutel die Weinstraße Süd hinunter. Auch Beutel gönnt sich eine kleine Auszeit, er hält – allerdings stehend und im Freien – ein Schwätzchen mit Peter Gründling, mit dem er im vergangenen Jahr das Ziel in Obersülzen gemeinsam erreichte. In diesem Jahr musste der Weisenheimer nach gut 100 Kilometern in Neustadt die Segel streichen. Auf der Kalmit bekam er massive Magenprobleme, auf dem Weg nach Neustadt hinunter dann auch noch Oberschenkelkrämpfe – weiterzulaufen wäre unvernünftig und wohl auch unmöglich gewesen. Er lässt es sich aber nicht nehmen, Beutel noch bis zur Treppe hinauf zur Schäferwarte zu begleiten. Diese hatten vor Beutel und Strohmeyer schon 19 Sportler erklommen, sechs werden ihnen noch folgen. Die Schnellsten haben Bad Dürkheim schon gegen Mitternacht durchquert, die letzten dann am Sonntagmittag. (gww)