Bad Dürkheim Ohne Umzug: Dürkheimer feiern Straßenfasnacht
Pünktlich um 13.11 Uhr läutete Grawler-Vorsitzender Reinhold Jäger mit Prinzessin Sophie von der Patisserie mit einem dreifachen Helau die Straßenfasnacht ein. Für gute Stimmung sorgte DJ Jens Huthoff, der es innerhalb kürzestes Zeit schaffte, die Besucher zum Schunkeln und Mitsingen zu bewegen. Neben den Tanzeinlagen der Grawler-Zwerge, die Szenen aus dem Dschungelbuch vorführten, und der Grawler-Jugend, die Motive aus dem „König der Löwen“ zeigten, sorgte eine Polonaise für gute Stimmung.
Als aus den Musikboxen das Lied „Am Rosenmontag bin ich geboren“ ertönte, war der ganze Römerplatz in Bewegung und es wurde lauthals mitgesungen. Arm in Arm tanzten Piraten, Dinosaurier, Biene Maja, Maikäfer, Hippies, Dracula und andere Monster, die von der Stadtgarde Ludwigshafen und den Maxdorfer Landfrauen und den Floßbachschwalben tatkräftig unterstützt wurden.
Was ist Köln gegen Bad Dürkheim?
Gibt es im kommenden Jahr wieder einen Umzug? Grawler-Chef Jäger würde das sehr begrüßen. Der Verein habe ein Sicherheitskonzept, das etwas modifiziert und dann mit der Stadt abgestimmt werden müsste. „An uns soll es nicht liegen, wir sind bereit für den Umzug“, erklärt Jäger. Er war aber auch mit der erstmalig ausgetragenen Straßenfastnacht sehr zufrieden. „Alles klappt, die Leute sind zufrieden und das Wetter spielt auch mit.“
Für den DJ Huthoff war es auch eine willkommene Abwechslung, mal wieder an den Reglern zu stehen. „Es macht heute unheimlich Spaß bei meinem Heimspiel und ich freue mich, dass die Leute so gut drauf sind und alles superfriedlich verläuft. Wie geil ist denn nur Dürkheim? Was ist denn eigentlich Köln dagegen?“, fragt Huthoff augenzwinkernd.
Dieser Meinung war auch Heiko Hüttner, der es in vollen Zügen genoss, dass es nach drei Jahren Abstinenz endlich wieder Fasching in der Kurstadt gab. „Ich bin direkt von der Arbeit gekommen und werde noch eine Weile hier sein“, sagt Hüttner, der sich freut, dass Dürkheim etwas macht und nicht alles abgesagt wurde. „Im nächsten Jahr erwarte ich aber wieder einen Umzug. Das hat dieses Jahr auch in anderen Ortschaften geklappt, dann sollte es auch bei uns wieder machbar sein“, ergänzt der Dürkheimer.
Margit und Herbert Herckelrath aus Frankenthal, die als Teufelin und Teufel verkleidet waren, genossen sichtlich die tolle Atmosphäre auf dem Römerplatz. „Wir sind froh, dass hier etwas läuft, denn wir haben den leisen Verdacht, dass die Fasnacht abgeschafft werden soll“, erklärt die Närrin. Für andere Großveranstaltungen, wie beispielsweise Fußballspiele, sei genug Geld da und auf der anderen Seite verschwänden immer mehr Karnevalsvereine. Dabei denke sie aktuell an den Rückzug der Heuchelheimer Strunzer.
Marlies Luthringhauser aus Bad Dürkheim ist auch der Meinung, dass die neuen Sicherheitsauflagen viele Vereine kaputt machen werden. Mit Freundin Christa Lotenzcat war sie als Biene Maja unterwegs. Begleitet wurden sie vom „Alt-Hippie“ Michael Heinke. Das Trio war der Meinung, dass es im nächsten Jahr wieder einen Umzug geben müsse. Die Straßenfasnacht wolle man aber heute bei dem herrlichen Wetter ausgiebig genießen.
Fahrt aus Ludwigshafen hat sich gelohnt
Michael Wendel war mit Frau Astrid aus Mannheim angereist. „Wir sind schon oft in Bad Dürkheim gewesen und genießen das Fest hier heute sehr“, sagt der Freibeuter und ergänzt, dass die Dürkheimer es verstehen würden, eine tolle Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Franziska Gruber aus Ludwigshafen war mit Freundin Sophie am Start und hatte sich mit einer Rieslingschorle in der Hand in die Polonaise eingereiht. „Super, dass die Dürkheimer das heute organisiert haben, da hat sich die Fahrt definitiv wieder gelohnt“, freut sich die als Maikäfer verkleidete Ludwigshafenerin.
