Gönnheim RHEINPFALZ Plus Artikel Obst und Frost: Eiskalter Blütenschutz

Wunderschöne Eiskristalle ...
Wunderschöne Eiskristalle ...

Erst milde Temperaturen zur Fasnacht, dann eisige Winternächte – Obstbauer Elmar Meinhardt schützt seine Aprikosen deshalb mit Frostschutzberegnung. Manchen Kollegen ist die Methode zu gefährlich.

Die kalten Nächte mit Temperaturen bis minus drei Grad Celsius sind für frühe Obstsorten gar nicht gut. Obstbauer Elmar Meinhardt reagiert auf seinen Feldern mit Aprikosenbäumen deshalb derzeit mit einer Frostschutzberegnung. Er besprüht also die Obstbäume mit Wassertröpfchen, deren Gefrieren zu einer Temperaturerhöhung führt. Dies reicht aus, um die Blüten vor dem Erfrieren zu bewahren.

Die frühen Aprikosensorten sind die ersten Blüher unter den Obstsorten bei uns. Laut Meinhardt befinden sich die Aprikosenblüten derzeit überwiegend im Ballonstadium – die Blüte ist gerade eben noch geschlossen. So „vertragen“ sie bis minus vier Grad. Teile der Blüten sind aber auch schon geöffnet und die sind dann deutlich empfindlicher, sie erfrieren schon bei einem Grad minus. Auch wie lange der Frost andauert, spielt bei seiner zerstörerischen Wirkung auf die Blüten eine Rolle. In den vergangenen Nächten herrschte von abends bis morgens Dauerfrost. Die Frostberegnung habe nicht alle Schäden fernhalten können, vermutet Meinhardt, er rechnet mit einer gewissen Ausfallquote. Nächste Woche sind laut dem Obstbauern die Pfirsiche mit Blühen dran, dann kommen Birnen, Zwetschgen, Äpfel und Kirschen.

Äpfel sind noch nicht so weit

Ziemlich gelassen beurteilt Peter Zimmermann vom Apfelgut Zimmermann in Wachenheim die Gefahren der derzeitigen Frostperiode für sein Obst, weshalb er seine früh blühenden Aprikosen und nur um die geht es, nicht beregnet. Dieses Risiko geht er bewusst ein: „Der Aufwand der Frostberegnung für meine paar Frühblüher wäre hoch und ich muss nicht alle Blüten durchkriegen“, findet der Wachenheimer. Außerdem sei auch die Frostschutzberegnung mit einem gewissen Risiko verbunden. Dadurch werde nämlich die Feuchtigkeit schlagartig „extrem hochgefahren“, das bereite Pilzkrankheiten den Boden, erläutert er. Viel gefährdeter als Blüten seien junge Früchte, sie ertrügen kaum Minusgrade, dann ist für Zimmermann die Frostschutzberegnung eine Art Feuerwehr.

Von den kalten nächtlichen Temperaturen noch nicht betroffen ist der Apfelhof Hilberth in Erpolzheim. Äpfel und Zwetschgen sind keine Frühblüher, wann die Apfelblüte einsetzen wird, kann Emil Hilberth derzeit noch gar nicht genau sagen. Es dauert aber noch etwas.

... zaubert die Frostberegnung ...
... zaubert die Frostberegnung ...
... derzeit in die Landschaft.
... derzeit in die Landschaft.
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