Freinsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Bahnbrücke soll mindestens 100 Jahre halten

Die marode Bahnbrücke ist seit Januar gesperrt.
Die marode Bahnbrücke ist seit Januar gesperrt.

In der Diskussion um die Erneuerung der alten Bahnbrücke in Freinsheim hat sich nun auch der Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Speyer, Martin Schafft, zu Wort gemeldet.

„Es wäre ein Schildbürgerstreich und nicht zu vertreten, dieses Bauwerk aus der Pferdekutschenzeit in seinem alten Maß neu zu errichten“, so Schafft in einer Stellungnahme. Es sei dem LBM um eine Verbesserung für alle Verkehrsteilnehmer gegangen. Trotzdem seien die geplanten Maße keinesfalls als üppig zu bezeichnen, betonte Schafft.

In einem Schreiben an den CDU-Bundestagsabgeordneten Johannes Steiniger hatte der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Rheinland-Pfalz und Saarland, Klaus Vornhusen, argumentiert, dass der Wunsch des Landesbetriebs Mobilität nach Aufweitung der Brücke das Verfahren verkompliziert habe .

Dazu erläutert Schafft, dass die vom LBM gewünschten Maße (mindestens 6,50 Meter für die Fahrspuren und beidseitig 1,50 Meter für die Gehwege bei einer Höhe von 4,50 Meter) bei den beengten Verhältnissen am Freinsheimer Bahnhof nicht sinnvoll gewesen wären. Deshalb habe man sich für eine „sinnvolle Kompromisslösung“ entschieden: Bei einer Höhe von 4,25 Metern und einer Breite von 8,10 Metern könnten 5,50 Meter breite Fahrspuren sowie zwei Gehwege mit 1,60 Meter und einem Meter Breite errichtet werden. Die alte Brücke ist nach Schaffts Angaben zwischen den Widerlagern nur 4,85 Meter breit. Deshalb passten darunter bislang nur eine 3,35 Meter breite Fahrspur und nur ein 1,50 Meter breiter Gehweg auf einer Seite.

„Kann die Haltung der Stadt nicht nachvollziehen“

„Mir ist es wichtig zu betonen, dass dieses Bauwerk für (hoffentlich) mindestens 100 Jahre errichtet werden soll. Insofern kann ich die Haltung der Stadt Freinsheim nach einer Beibehaltung der jetzigen Maße absolut nicht nachvollziehen und hoffe, dass die Stadt dies erkennt und die jetzige Planung auch im Planfeststellungsverfahren mitträgt. Ansonsten ist mit weiteren Verzögerungen zu rechnen“, betont Schafft.

Zum Planfeststellungsverfahren teilte der LBM-Leiter mit, dass die Planunterlagen durch die Planfeststellungsbehörde vorgeprüft worden seien. Änderungen und Ergänzungen seien sowohl vom LBM als auch von der Bahn eingearbeitet worden. „Als nächsten Schritt werden wir zeitnah die Einleitung des Verfahrens beantragen“, informierte Schafft. Die hierfür erforderlichen Planunterlagen – erstellt vom LBM und der Bahn – seien sehr umfangreich. „Einschließlich der ganzen Abstimmungen im Vorfeld der Planfeststellung sind leider die Planungszeiträume auch für diese Maßnahme sehr, sehr lang“, gibt Schafft zu bedenken.

Wie lange dauert das Planfeststellungsverfahren?

Die Dauer des anstehenden Planfeststellungsverfahren lasse sich ebenfalls nur sehr schwer einschätzen. Diese hänge wesentlich von der Zahl und der Bedeutung der Einwendungen ab. Jedoch wisse der LBM um die Bedeutung der Maßnahme für den Bahnverkehr, aber auch für den innerörtlichen Verkehr in Freinsheim. Deshalb werde man alles tun, um die Pläne möglichst schnell umzusetzen, versicherte der LBM-Leiter. Bislang war die Rede davon, dass sich das Planfeststellungsverfahren bis zum Jahr 2026 hinziehen könne.

Vornhusen hatte in seinem Schreiben an Steiniger angedeutet, dass es zu einer dauerhaften Vollsperrung der Bahnhofstraße kommen könnte, falls die geplanten Abstützungsmaßnahmen keinen Erfolg zeigen. Während der derzeitigen Sperrung, so Schafft, stehe der LBM mit der Bahn wegen der erforderlichen Leitungsverlegungen in engem Kontakt. Der LBM werde die Bahn, soweit es in der Zuständigkeit des LBM liege, „selbstverständlich unterstützen, um die jetzige Sperrdauer zu minimieren“.

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