Fussball
Nach vier Jahren: Nicolas Wrede nicht mehr Trainer des TuS Friedelsheim
Der TuS Friedelsheim (Fußball-A-Klasse Rhein-Mittelhaardt) und Trainer Nicolas Wrede (32) haben sich nach rund vierjähriger Zusammenarbeit getrennt. Nach der Entwicklung in den vergangenen Wochen kommt diese Entscheidung nicht überraschend. Mit Wrede geht auch sein Co-Trainer Mike Drüke.
„Die Vorstellungen von Trainer und der Mannschaft haben nicht mehr zusammengepasst“, nennt Wrede einen Grund für das Zerwürfnis, das sich angekündigt hatte. Nach den beiden letzten Spielen gegen den TuS Maikammer (1:7) und bei Aufsteiger FV Heiligenstein (3:6) hatte der Übungsleiter die Mannschaft für ihre mangelnde Einstellung und fehlende Mentalität heftig kritisiert. „Daran hapert es gewaltig“, sagte der Trainer nach dem Maikammer-Spiel und meint auch eine nicht vorhandene Wertschätzung für Annehmlichkeiten wie Snacks nach den Spielen oder Getränke nach jedem Training, die in der A-Klasse nicht selbstverständlich sind. Dass dafür auch mal etwas von dem einen oder anderen Spieler zurückkomme, habe er nicht feststellen können.
Ein weiteres Manko seien die dünne Trainingsbeteiligung und von einigen die nicht ausreichende Trainingsleistung gewesen. Wredes Satz „so wie man trainiert, spielt man auch“, lässt tief blicken. Dies gilt ebenso für das nach Aussage des Coaches reservierte Verhalten nach selbst erzielten Toren, zum Beispiel in Heiligenstein. „Darüber wurde sich kaum gefreut. Irgendwie war kein Leben auf dem Platz“, beschreibt der Coach den „Torjubel“. Dass man sich mal gegenseitig anmotzt, wenn es im Spiel nicht läuft, ist keine Seltenheit. Wenn dies aber mehrfach und regelmäßig passiert, spricht dies für große Unzufriedenheit. Unzufrieden mit sich selbst, dem Spiel der Mannschaft oder dem Übungsleiter.
Der jetzt wohl endgültige Abschied des erfolgreichen Trainers hat eine Vorgeschichte. Anfang November des vergangenen Jahres trat der Coach schon einmal zurück. Die Gründe dafür waren damals ähnlich denen von heute: Im Bereich von regelmäßiger Trainingsteilnahme sowie Verfügbarkeit an Spieltagen liegt vieles im Argen. Wrede kehrt nach kurzer Zeit zurück, drehte den Kader auf links und rettete so die Saison, die Friedelsheim auf einem respektablen siebten Platz abschloss. Dabei ist Wrede ein durchaus selbstkritischer Mensch, der sich ständig reflektiere, hinterfrage und offen für eine rege Kommunikation sei. Es ist ehrgeizig und zielorientiert, Tugenden die für manchen Freizeitkicker Fremdworte sind.
Hinzu kommt die sportliche Entwicklung des vermeintlich verstärkten Kaders. Vier Spiele, vier Niederlagen, auch wenn sie überwiegend gegen Spitzenmannschaften hingenommen werden mussten, sorgen sicherlich nicht für eitel Sonnenschein. Viel mehr sagen die letzten drei Ergebnisse aus: 0:6, 1:7, 3:6 – 19 Gegentore lassen den Schluss zu, dass sich das Team mitunter ergeben habe und sich abschlachten ließ. Wie dem auch sei, die Vereinsverantwortlichen und der Trainer hatten sich zusammengesetzt und seien gemeinschaftlich zu dem Schluss gekommen, „dass neue Impulse erforderlich sind und der Mannschaft gut tun werden“.
Dabei muss man wissen, dass die Verantwortlichen und der Trainer in all den Jahren stets gut und harmonisch zusammengearbeitet haben. So stellte es Wrede jedenfalls immer dar. Und so ist es auch der schriftlichen Stellungnahme der Friedelsheimer zu entnehmen. Da heißt es „dass die Entscheidung beiden Seiten nicht leicht gefallen ist“ und man „nach intensiven und offenen Gesprächen der Auffassung ist, dass es der richtige Zeitpunkt ist, um neue sportliche Wege zu gehen“. Der TuS streicht zurecht Einsatz, Leidenschaft und Fachkompetenz Wredes heraus, ebenso wie seine Erfolge mit Klassenverbleib in der B-Klasse, Aufstieg in die A-Klasse und Rang sieben. Wrede sei nicht nur ein sehr guter Trainer, sondern auch ein toller Mensch, der sich immer mit dem TuS identifiziert habe.