Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Musik aus Film- und Fernsehklassikern mit Haardtgroove

Heimspiel für Haardtgroove: der Auftritt der Band auf der Limburg.
Heimspiel für Haardtgroove: der Auftritt der Band auf der Limburg.

Das Refektorium der Limburg war die passende Kulisse für das Konzert unter dem Titel „Cinema Paradiso“ mit der Bad Dürkheimer Jazz-Formation Haardtgroove.

Der amerikanische Jazz-Komponist Chuck Mangione schrieb den Soundtrack zu dem Drama „Children of Sanchez“, für den er 1978 mit einem Grammy ausgezeichnet wurde. Zur Eröffnung intonierte Haardtgroove den Titelsong in der aktuellen Besetzung mit Benedikt Scherrer (Trompete), Frank Metzger (Tenorsaxophon), Steffen Weick (Bass), Julian Leopold (Schlagzeug) und Matthias Denhoff (Piano). Denhoff schrieb auch das Arrangement für alle Titel des Konzerts. Special Guest am Vibrafon war der Mannheimer Roland Preuß.

Der „Pink Panther“ von Henry Mancini versetzte das Publikum betont lässig in Stimmung. Die Cartoonfigur wurde für die Eröffnungssequenzen des Films passgenau auf die Musik des Stückes animiert. Mit hellen Klängen übernahm das Vibrafon das charakteristische Thema, Saxofon und Trompete rundeten den perfekten Big Band Sound ab.

Chaplin als Komponist

Kenntnisreich moderierte Denhoff die jeweiligen Titel an. Die Zuhörer erfuhren so, dass Charlie Chaplin selber „Smile“ für den Filmklassiker „Moderne Zeiten“ komponierte. Die Bossa-Version begann betont lässig und cool am Piano. Trompete, Saxofon und Vibrafon führten die Melodie entspannt fort und griffen so die chillige Atmosphäre des lauen Sommerabends auf. Melancholisch angehaucht war „Nuit sur les Champs-Elysees“ aus dem Jazz-Album des amerikanischen Trompeters Miles Davis. Die Musik ist der Soundtrack zu dem Film „Fahrstuhl zum Schafott“ von Louis Malle von 1958. Miles Davis benutzte dabei Dämpfer und improvisierte freie Melodielinien auf harmonischen Grundlagen. Auch die Version von Haardtgroove griff diese Vorlage auf.

Nahezu atemlos beginnt die US-amerikanische Krimi-Fernsehserie „Die Straßen von San Francisco“, die in Deutschland ab 1974 im ZDF lief. Komponist der Titelmusik ist Patrick Williams. Mit einem treibenden Schlagzeugsolo zog Julian Leopold die Zuhörer in den Bann, gefolgt von einem fulminanten Vibrafon und gekrönt mit dem vollen Sound von Trompete und Saxofon. Bassist Steffen Weick rundete den Auftritt mit einem begeisternden Gitarrensolo ab.

Tatort und Muppet-Show

„Cinema Paradiso“ erzählt die Geschichte der Menschen eines Dorfes auf Sizilien und ihres Kinos von den 1940er bis in die 1980er Jahre. Die Musik zum Film stammt vom Italiener Ennio Morricone. Im Refektorium zauberte die untergehende Sonne die passende Stimmung zur gefühlvoll interpretierten Musik. „Pünktlich um 20:15 Uhr“ wie Matthias Denhoff betonte, stand dann der sonntägliche „Tatort“ auf dem Programm. Mit diesem Titel schuf Klaus Doldinger das Markenzeichen für die Krimi-Fernsehserie.

Das fetzige Intro der Muppet-Show ließ das Publikum nach der Pause aufhorchen. Jeder hatte wohl die fröhlich herumtobenden Puppen dieser Serie vor Augen. Benedikt Scherrer ließ die Trompete in den höchsten Tönen quietschen, Frank Metzger improvisierte am Saxofon und Julian Leopold steuerte entfesselte Drums bei. Das hingerissene Publikum applaudierte lautstark.

Großes Kino

Auch der Western-Klassiker „Spiel mir das Lied vom Tod“ fehlte nicht. Ennio Morricones Musik ist dabei ein wesentliches Gestaltungsmerkmal. Mit „Addio A Cheyenne“ lieferten Vibrafon, Westernklavier, Schlagzeug und Gitarre im Honky Tonk-Stil den Einstieg. Für das bekannte Mundharmonika-Thema erzeugten dann wallende Nebel und Ocean Drum großes Kino, dazu lieferten die einzelnen Instrumente ihre besten Soli. Zum französischen Gangsterfilm „Der Clan der Sizilianer“ schrieb ebenfalls Ennio Morricone die Musik, die die Band im Smooth-Stil vorstellte.

Als weiteres Glanzlicht folgte das James-Bond-Thema, das akustische Markenzeichen der Filmserie. Als ironisierende „Nebenrolle“ tauchte in der Haardtgroove-Version noch einmal Pink Panther auf. „Der Kommissar“ war eine deutschen Fernsehkrimiserie aus den Jahren 1969 bis 1976, mit Erik Ode in der Hauptrolle. Die Titelmelodie von Herbert Jarczyk wirkte seinerzeit ähnlich elektrisierend wie die des Tatorts. So konnten noch einmal alle Haardtgroover das Konzertpublikum mit einem überzeugenden Auftritt zu großem Beifall animieren. Wer das Programm auf der Limburg verpasst hat, kann es bei der Serenade im Park am Sonntag, 3. Juli, im Weingut Winkels-Herding Dackenheim nachholen.

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