Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Mit Krone und Wurzel: Fächer in Farbe

Der Fächerahorn am Wachenheimer Bürgerspital sorgt auch an trüben Novembertagen für Farbigkeit.
Der Fächerahorn am Wachenheimer Bürgerspital sorgt auch an trüben Novembertagen für Farbigkeit.

Viele Laubgehölze leuchten derzeit in den schönsten Herbstfarben. Das gilt auch für den Geschlitztblättrigen Fächerahorn vor dem Wachenheimer Bürgerspital.

In seiner zwergartigen Wuchsform bleibt der Baum eher klein. Trotzdem fällt er im Spätjahr mit seinem verfärbten Laubdach ins Auge. Wegen der fein strukturierten, tief eingeschnittenen Blätter wird das Gehölz auch Schlitzahorn oder Spaltahorn genannt. Ursprünglich stammt es aus Ostasien, ist aber schon länger als Zierpflanze in europäischen Gärten und Parkanlagen beliebt.

Die geschichtsträchtige Villa des Bürgerspitals stammt aus der Gründerzeit des 19. Jahrhunderts. Damals gewann das Bürgertum stark an Bedeutung und spielte auch für das kulturelle Leben eine immer größere Rolle. Vorherrschende Architekturstile der Gründerzeit waren Neu-Renaissance und Neubarock.

Beliebte Exoten

Das selbstbewusste Vorzeigen von Statussymbolen wirkte sich auch auf die Grünanlagen aus: Um sich begütert und weltoffen zu präsentieren, umgab man sich gern mit fremdländischen Bäumen und Sträuchern. Vom Luxus exotischer Pflanzen zeugen noch einige Bäume und Sträucher der Gartenanlage am Bürgerspital. Dekorativ ergänzen sie sich mit den reichen und dicht gefügten Ornamenten im Mauerwerk der Villa aus hellem und rotem Sandstein.

Nahe der Freitreppe zur Weinstraße hin stehen die Fächerahorne. Das jüngere Exemplar wurde vor annähernd 30 Jahren nachgepflanzt. Im strauchförmigen Wachstum lädt der Ahorn eher in die Breite aus als in die Höhe. Sein zierlicher Stamm neigt sich zum einfallenden Licht. Charakteristisch sind die überhängenden Triebe, mit denen er ein schirmförmiges Blätterdach bildet. Die Blätter selbst wiederum erinnern an farnartige Blattwedel.

Filigrane Erscheinung

Vom Fächerahorn, der zu den Flachwurzlern zählt, gibt es zahlreiche Arten. Im Herbst verfärben sie sich in unterschiedlichen Rottönen. Wie die Exemplare des Bürgerspitals eindrucksvoll zeigen, ist ihnen eine ungewöhnliche Blattform gemeinsam. Sie gibt den schmucken Gehölzen ein filigranes Erscheinungsbild.

Zugleich wechselt das geschlitzte Laub sein Aussehen mit den Jahreszeiten. War es im Sommer noch frischgrün, so strahlt es nun in helleren und tiefen Rottönen. Doch die Pracht dauert nicht lang, im Gegenteil: Als würde sie verglühen, sehen wir an ihrer Intensität, dass sie allzu bald vergehen muss.

Unsere Serie

In der menschlichen Kultur sind Bäume seit frühesten Zeiten verwurzelt. Anhand lokaler Beispiele erzählt unsere Serie „Mit Krone und Wurzel“ in loser Folge von ihnen.

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