Bad Dürkheim Mirja Boes trifft den Nerv – auch unter der Gürtellinie

Mirja Boes empfiehlt die Dürkheimer Getränke mit „Hubbeln in den Gläsern“.
Mirja Boes empfiehlt die Dürkheimer Getränke mit »Hubbeln in den Gläsern«.

Die veranstaltungslose Zeit ist zu Ende für Mirja Boes. Damit es auch alle verstehen, wird aus dem Hintergrund suggestiv gefragt: „Wer ist laut, bunt und schrill, wer ist super attraktiv, Mirja Boes – Mirja Boes.“

Am Samstagabend wirbelt die Künstlerin aus Köln auf die Bühne im Dürkheimer Kurpark Ost, um die „Leute und Leutinnen“ zu begrüßen. „Seid ihr krank, seid ihr in Kur?“, fragt sie gut gelaunt das Kurstadt-Publikum. Dann trinkt sie diese „Getränke mit Hubbeln in den Gläsern“. Diese könne sie nur empfehlen, sagt die Komikerin. Gekommen ist Mirja Boes mit ihrer Begleitband Honkey Donkeys – im Programm wird viel gesungen.

Gitarrensolo mit Fön

Sollte jemand vorher schlechte Stimmung gehabt haben, Mirja Boes plappert dagegen an. Sie singt vom Wurstwarenfachverkäufer, den sie nur liebt, „solange der Vorrat reicht – gib mir deinen Speck“. Dazu gibt es ein Gitarrensolo mit Fön, damit die Haare im Winde flattern können.

Die Begleitband ist musikalisch exzellent, muss allerlei schräge und bunte Kostüme tragen und durch die Menge tanzen. Dann schwadroniert die Protagonistin meist tief unter der Gürtellinie. Etwa über ein „Prinz-Albert-Piercing“ oder über Aufklärungsgespräche mit ihren Kindern.

Voll lustig – wenn man’s mag

Boes, die ihre Karriere auf Volksfesten begonnen und im Privatfernsehen fortgesetzt hat, singt ein selbsterklärtes „Kirmes-Bums-Lied“, das „Gemischte Tüte“ heißt. Der Text „Ich bin süß, ich bin sauer“ trifft offenbar den Nerv des Publikums.

Das ist „alles voll lustig“ – wenn man es mag. Der Anhänger des gepflegten hintergründigen Kabaretts, mit dem SWF3 (der Vorgänger von SWR3) einst berühmt und geschätzt wurde, bleibt ratlos zurück. Dem Publikum ist das egal, es hatte seinen Spaß: punktgenau bis 17.59 Uhr. Das Timing perfekt, die Frisur sitzt.

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