Bad Dürkheim „Mädchen für alles“ hat hier immer Rufbereitschaft

Beim Blick ins Gästebuch des Rieslinghofes in der Weinstraße in Wachenheim werden wiederholt drei Dinge genannt, die den Gästen gefallen haben: Das architektonisch interessante Gästehaus, das überaus freundliche und hilfsbereite Hotelpersonal und die Umgebung. Vor fünf Jahren hat Sigrid Zimmermann-Oster eine sechsstellige Summe in das Winzeranwesen ihrer Großeltern in der Weinstraße in Wachenheim investiert und das alte Wirtschaftsgebäude zu einem Gästehaus umgebaut.
„Seit 2012 überzeugt uns das tolle Ambiente des Hauses und die herzliche Atmosphäre“, heißt es etwa in einem typischen Gästebuch-Eintrag. Sigrid Zimmermann-Oster sieht es am liebsten, wenn neue Gäste anreisen, sich mit dem „Willkommens-Riesling“ auf den Balkon setzen, auf die Stadtmauer auf der anderen Weinstraßenseite gucken und „erst einmal ankommen.“ Die „gute Seele“ des Rieslinghofes ist Christa Mannuß, Hotelmanagerin, aber auch „Mädchen für alles“, denn mit seinen fünf Doppel- und einem Einzelzimmer ist das Gästehaus überschaubar groß. Neben ihr arbeiten noch zwei Halbtagskräfte und vier Aushilfen im Hotel. „Mädchen für alles“ heißt für Christa Mannuß Rufbereitschaft über das Handy in der Nacht, wenn beispielsweise ein weinseliger Wurstmarktbesucher seinen Hotelschlüssel und im wahrsten Sinne des Wortes sein Bett nicht mehr findet. Es heißt auch hilfreiche Tipps geben, wo man einen Fahrradverleih findet oder wohin man schöne Ausflüge machen kann. Manchmal holt sie aber auch Gäste am Bahnhof ab oder sorgt schnell für ein „süßes Teilchen“, wenn ein Gast weder Wurst noch Käse zum Frühstück mag. Sie vermittelt auch Weingüter für Weinproben. „Ich versuche immer, die Wünsche der Gäste zu erfüllen“, sagt Mannuß. Sie macht ihre Arbeit gern und das, strahlt sie auch aus. Übers Wochenende kommen überwiegend Privatgäste im mittleren Alter, unter der Woche Geschäftsleute, die gerne auf dem Land wohnen möchten, aber die schnelle Anbindung an den Industriegürtel Ludwigshafen/Mannheim schätzen. Unter der Woche gibt es eher noch freie Kapazitäten, daher würde sie die Sparte mit den Geschäftsleuten gerne ausbauen, sagt Zimmermann-Oster, deren Haus nach eigenen Angaben eine Auslastung von 42 Prozent hat. Die Gäste bleiben selten länger als ein paar Tage. Mit der Mandelblüte Anfang März geht das Touristen-Geschäft los. Da gibt es im Vorfeld schon mal einen Anruf mit der Bitte doch Bescheid zu geben, wann die Mandeln soweit seien. Sehr beliebt als Reisezeit ist auch der Herbst, wenn die Landschaft, von der Burg herunter betrachtet, in allen Farben schwelgt. Und im November kommen extra Gäste angereist, um in Wachenheim oder in der Umgebung eine Martinsgans essen zu gehen. Manchmal wird hier gleich wieder für nächstes Jahr an Martini gebucht. Sehr beliebt ist das Gästehaus auch für Familienfeiern, die Gäste werden dann im Rieslinghof einquartiert oder Wachenheimer selbst bringen hier ihre Gäste bei eigenen Feiern unter. Der Wein ist ein gewichtiges Pfund, mit dem die Branche wuchern kann. In den Rieslinghof kommen viele Gäste, um Weinproben zu machen, gezielt Wein in der Umgebung zu kaufen oder auch um Weingüter kennenzulernen. Da beziehen beispielsweise seit Jahren vier Norddeutsche über ein langes Wochenende im Rieslinghof Station, um auf Weineinkaufstour zu gehen. Eine Spedition besorgt später den Abtransport des Einkaufs. Meistens werden die Zimmer im Rieslinghof direkt gebucht, sind noch Zimmer frei wird das online der Tourist-Information weiter gemeldet, man arbeite Hand in Hand, lobt die Gästehaus-Besitzerin.