Bad Dürkheim Lust auf die Musik der 40er

Die „Rosevalley Sisters“ aus dem nordpfälzischen Rosenthal widmet sich dem Harmoniegesang in der Tradition der „Andrew Sisters“.
Die »Rosevalley Sisters« aus dem nordpfälzischen Rosenthal widmet sich dem Harmoniegesang in der Tradition der »Andrew Sisters«.

Das traditionelle Neujahrskonzert der Neustadter „Blue Note Big Band“ im Saalbau steht in diesem Jahr unter dem Motto „In the Mood for the 40’s“, das heißt, bei der 23. Ausgabe der Veranstaltung nimmt sich das Orchester unter der Leitung von Bernd Gaudera die Hoch-Zeit des Swing von Ende der 1930er bis Mitte der 40er Jahre vor.

Es war dies die Zeit als, speziell in den Vereinigten Staaten, überall Big Bands zum Tanz aufspielten und Bandleader wie Benny Goodman, Tommy Dorsey, Count Basie oder Glenn Miller wie Popstars verehrt wurden. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg verbreiteten amerikanische Soldaten den Sound, der von vielen als Symbol der Freiheit angesehen wurde, in vielen Ländern rund um den ganzen Erdball, wo er ebenfalls schnell Einzug in die damals noch sehr gut besuchten Tanzpaläste hielt und zum Vorläufer der sich anschließend kometenhaft entwickelnden kommerziellen U-Musik wurde. Stilecht hat sich die „Blue Note Big Band“ für die Umsetzung ihres Projektes mit Pierre Paquette einen in Boston/USA geborenen Gastdirigenten eingeladen. Zusätzlich wird mit den „Rosevalley Sisters“ ein Gesangstrio in der Tradition der berühmten „Andrew Sisters“ mit auf der Bühne stehen. Die Sängerinnen Saskia, Sarah und Jennie aus Rosenthal in der Nordpfalz haben vor zwei Jahren den SWR-Weihnachts-Songcontest gewonnen und mit ihrer dreistimmigen Swingnummer die Aufmerksamkeit der „BNBB“ auf sich gelenkt. Pierre Paquette wiederum wird als einer der renommiertesten Saxophonisten Europas gehandelt, ist Mitglied in der „SWR Big Band“ und gilt als Spezialist für die Big-Band-Musik der 30er und 40er Jahre. Von heute an studiert er das Programm exklusiv mit der „Blue Note Big Band“ bei einem Workshop in der Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz in Neuwied ein. Für die Aufführung bühnenreif gemacht werden dabei unter anderem Stücke wie „Rum And Coca Cola“, „Bei mir biste scheen“, „In The Mood“ und als ein besonderes Highlight des Konzerts „Don’t Be That Way“ von Benny Goodman. Dieses Stück ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil es am 16. Januar 1938, also dann fast auf den Tag genau vor 80 Jahren von Benny Goodman bei dessen bis heute legendärem „Famous Carnegie Hall Concert“ (so lautet der Titel des dabei entstandenen Livealbums) uraufgeführt worden ist. Pierre Paquette, der 1979 als Mitglied der „Ambassador Big Band in Europa“ nach Deutschland kam und sich 1983 in Frankfurt niederließ, tritt bei seinem Gastspiel mit der „Blue Note Big Band“ aber nicht nur als Dirigent und Arrangeur, sondern auch als Sänger und Klarinettist in Erscheinung. Mit dabei sein wird natürlich auch wieder „the voice of the Blue Note Big Band“, Michaela Pommer, die aufgrund ihrer stimmlichen Ähnlichkeit mit Ella Fitzgerald von ihren Fans gerne als „Ella aus der Pfalz“ tituliert wird, und das ein oder andere Lied zu Besten geben. Info „Jazz an Neujahr 2018“ mit der „Blue Note Big Band“, Pierre Paquette und „The Rosevalley Sisters“ am Montag, 1. Januar, um 19 Uhr im Neustadter Saalbau.

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