Wachenheim
Loch im Teich gefährdet Schulgarten der IGS
Förderschullehrer Fritz Carius ist auf der Suche nach Unterstützung. Ein Loch in der Teichfolie des Schulgartens gefährdet das Biotop der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Wachenheim. Der Garten und der Teich, die seit der Gründung der Schule vor fast 20 Jahren bestehen, sind ein zentraler Bestandteil des Schullebens und bieten den Schülern mehr als nur Erholung. Doch die nötigen Mittel zur Reparatur fehlen. Das Biotop mit mehreren Libellenarten und zahlreichen Grasfröschen ist gefährdet.
Schüler gestalten Garten mit
„Ich versuche alles, um tatkräftige Helfer zu finden“, erklärt Carius, der seit 2012 an der IGS arbeitet und seit 2015 das Gartenprojekt leitet. Das Gelände sei schrittweise aufgebaut worden – mittlerweile lassen sich sogar ein Brutkasten, ein Bienenhotel und ein Barfußpfad bestaunen. Mit den Schülern der fünften und sechsten Klassen pflegt er regelmäßig den Garten und seinen Teich. Für die Kinder eine willkommene Abwechslung zum regulären Unterricht.
Gemeinsam entfernen die Schüler Unkraut, mähen den Rasen und gestalten den Garten aktiv mit. „Der Unterricht macht draußen viel mehr Spaß“, sagt Sechstklässler Henry. Die 12-jährige Emma hat ebenfalls Freude am Gärtnern. „Die Arbeit im Schulgarten macht sehr viel Spaß. Es ist schön zu sehen, wie im Frühling alles aufblüht“, erklärt sie.
Lehrer schätzen Teich und seine Möglichkeiten
Für Eveline Schneider, Lehrerin für Naturwissenschaften und Stufenleiterin, ist der Schulgarten ein idealer Ort für aktive Unterrichtseinheiten. „Es gibt nichts Besseres, als in der Natur zu sein. Den Kindern macht es Spaß und sie bekommen Verantwortung beigebracht“, betont sie. Ihr Kollege Christian Haag ergänzt: „Pflanzen und Tiere kommen im Lernen oft zu kurz, häufig steht der Mensch im Fokus“, sagt der Lehrer. „Am Teich und im Garten lernt es sich viel besser, als in der grauen Theorie.“ Der Klimawandel stehe zwar nicht explizit im Lehrplan, spiele aber ebenfalls eine große Rolle – dank des Gartens könnten Schüler mehr darüber erfahren.
Schulleiter Steffen Wagner sieht im Garten die Möglichkeit für Schüler, praktische Erfahrungen zu sammeln. „Wir können zwei Dimensionen des Lernens abbilden: den theoretischen Unterricht und die Arbeit im Garten“, sagt Wagner.
„Gerade die Fünft- und Sechstklässer suchen diese unmittelbare Naturbegegnung. Der Schulgarten und Teich sind ein Angebot, das die Schüler unglaublich gerne annehmen“, sagt Fritz Carius. Selbst Achtklässler in Deidesheim würden regelmäßig nach dem Teich in Wachenheim fragen. Auch in seiner Rolle als Förderschullehrer geht der 65-Jährige auf. „Der Garten ist eine Chance Integration zu schaffen. Man muss sich langfristig und kontinuierlich als Gruppe mit der Natur auseinandersetzen“, erklärt er. Diese Erfahrungen fehlten in der überwiegend digitalen Lebenswelt vieler Kinder. „Wenn ich dann sehe, wie begeistert die Kinder sind, gibt mir das unglaublich viel zurück.“
Im Sommer geht Fritz Carius in Rente, für mindestens zwei bis drei Jahre will er das Gartenprojekt noch aktiv unterstützen. Die Reparatur der Teichfolie ist dabei dringend notwendig, da das Loch das Gewässer gefährdet. In Wachenheim ist man auf Spenden und die Unterstützung einer Fachfirma angewiesen – Carius schätzt die Kosten auf 10.000 Euro. „Eine Finanzquelle hat sich bisher leider noch nicht aufgetan.“ Der Förderkreis der Schule hat in der Vergangenheit den Ausbau des Gartens unterstützt. Interessierte Spender sollten sich direkt an diesen wenden, um die Teichsanierung zu unterstützen. So kann das integrative Naturprojekt auch in Zukunft erhalten bleiben.