Bad Dürkheim Lob des Pfälzer Weins

Plakativ sind seine Bilder, meist großformatig, oft abstrakt und bisweilen rätselhaft. Der in Bad Dürkheim lebende Maler Manfred Hoschzisch will so recht in keine Schublade des etablierten Kunstbetriebs passen. In der Galerie der Kunstfreunde in Wachenheim zeigt er ab heute einen repräsentativen Querschnitt seiner Werke.
Manfred Hoschzisch ist ein rastloser Maler, deshalb hat er sich in den letzten Jahren ausschließlich der Acrylmalerei zugewandt. So gelingt es ihm, seine Fantasien und Ideen spontan umzusetzen, auch wenn er bis zur endgültigen Fertigstellung eines Bildes reflektierende Pausen einlegt und bisweilen Überarbeitungen vornimmt. Dazu kommt seine poetische Art, Texte zu formulieren und sie in einige Bilder aufzunehmen. Ein Beispiel dafür ist die „Pfalzvariation 1“: Auf einem Hügel in einer typisch pfälzischen Landschaft sitzt ein dem Betrachter seitlich zugewandtes Paar ohne individuelle Gesichtszüge, er hält ein Weinglas in der Hand, seine Partnerin ist teilweise bedeckt mit Trauben und Rebblättern, in der linken unteren Ecke lobt ein Text den Genuss des Pfälzer Weins. Melancholischer wirkt dagegen das Bild „Meine Gedanken“. Ein nachdenklicher Mann sitzt in einem Sessel, eine imaginäre Frauengestalt leicht erhöht neben ihm. Im Hintergrund sieht der Betrachter eine Tapete, in ihre Streifen hat der Künstler den Text seines Gedichts eingebettet. Diese Bilder sind nur eine Facette des künstlerischen Schaffens von Manfred Hoschzisch. Den 1937 in Berlin geborenen Gebrauchsgrafiker zog es schon 1955 in die Pfalz, wo er ab 1999 in etlichen Einzelausstellungen vertreten war. Seine Abstraktionen tragen Titel wie „Im Gleichklang der Figuren“ oder „Erzähle mir“ und zeigen so dem Betrachter, welche Vorstellung der Künstler vermitteln will. Auffällig oft sind Bilder in Sektoren unterschiedlicher Größe unterteilt, mal waagrecht, mal senkrecht. Sie greifen einzelne Bildelemente auf, führen sie fort oder interpretieren sie. Gleichzeitig verleihen sie den Bildern eine gewisse Plastizität. Und dann sind da noch die ironisierenden Motive wie „Katzenhochzeit“, „Das ist nicht die Hölle“ und „Konversation“, die den stillen Hintersinn des Künstlers verraten. Alle Werke weisen eine spielerische Leichtigkeit auf, sind in gefälligen Farben harmonisch gestaltet mit schwarz konturierten Farbflächen. (dox)