Bad Dürkheim Literaturgesprächskreis zu Max Ernst: Künstler und Womanizer

Max Ernst im Jahr 1933.
Max Ernst im Jahr 1933.

Der Literaturgesprächskreis Bad Dürkheim diskutiert am Dienstag, 26. April, um 20 Uhr in der Römerstraße 20 über Markus Orths Roman „Max“.

Mit „Max“ ist Markus Orths ein außergewöhnlicher biografischer Roman gelungen, in dem der Autor am Beispiel des berühmten Malers Max Ernst das Panorama eines gesamten Jahrhunderts entfaltet. Über diesen Roman diskutiert der Literaturgesprächskreis der Stadtbücherei Bad Dürkheim am kommenden Dienstag, 26. April, unter Leitung von Dorothee Heitkamp-Gieseler.

Das Leben des 1891 in Brühl geborenen und 1976 in Paris gestorbenen Malers und Grafikers erzählt Orths in seinem gründlich recherchierten und mit Leidenschaft geschriebenen Roman aus einer besonderen Perspektive: aus der Sicht der Frauen, mit denen Ernst verheiratet oder liiert war. In der Kaiserzeit befreite er sich von seinem strengen Vater, gründete 1919 mit Hans Arp die Kölner Dada-Bewegung und gehörte in Paris seit 1922 dem Kreis um André Breton an. 1941 emigrierte er in die USA, von wo er später nach Paris zurückkehrte. Orths schildert den Maler als einen von sich selbst und der Kunst getriebenen Menschen auf der Suche nach der Frau, die er lieben kann.

Er begegnete der jüdischen Journalistin Luise Straus, seiner ersten Ehefrau, die in Auschwitz ermordet wurde, heiratete Marie-Berthe Aurenche, später die amerikanische Kunstmäzenin Peggy Guggenheim, die ihm zur Flucht in die USA verhalf, wo er seine vierte Ehefrau, die Künstlerin Dorothea Tanning kennenlernte. Eindrücklich schildert Orths die Lebensgeschichten dieser unterschiedlichen Frauen an der Seite des Womanizers Ernst, der wie eine Droge auf Frauen gewirkt haben soll. Der Leser spürt die Faszination dieses Künstlers, der Orths in seiner politischen Haltung als Antifaschist und als Pionier des Surrealismus„ beeindruckt. Mit „Max“ gelang dem Autor ein Künstlerporträt, das zugleich Zeugnis einer historischen und künstlerisch bedeutsamen Epoche des Umbruchs ist.

Orths, 1969 in Viersen geboren, studierte Romanistik, Englisch und Philosophie an der Universität Freiburg und war unter anderem Fremdsprachenassistent für Deutsch in Paris, Lehrer am Werner-Heisenberg-Gymnasium in Göppingen und 2005 Redakteur der Literaturzeitschrift „Konzepte“. Er veröffentlichte die Erzählungen „Schreibsand“ (1999) und „Wer geht wo hinterm Sarg“ (2001). Zu seinen Romanen gehören „Corpus“ (2002). „Lehrerzimmer“ (2003), „Catalina“ (2005) „Das Zimmermädchen“ (2008), „Hirngespinste“ (2009) und „Picknick im Dunkeln“ (2020). Er schrieb auch Kinderbücher, darunter „Luftpiraten“. Orths erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2003 den Limburg-Preis der Stadt Bad Dürkheim, 2006 den Sir Walter Scott-Preis, den Prix Théâtre 2013 und den Deutschen Science-Fiction Preis 2015. Orths ist Vater von drei Kindern und lebt mit seiner Familie in Karlsruhe.

TERMIN:

Der Literaturgesprächskreis der Stadtbücherei Bad Dürkheim diskutiert am Dienstag, 26. April, 20 Uhr in der Römerstraße 20 über den Roman „Max“ von Markus Orths. Teilnahmegebühr 4 Euro. Anmeldung unter Telefon 06322 9354400 oder stadtbuecherei@bad-duerkheim.de. Es besteht Maskenpflicht bis zum Platz.

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