Freinsheim
Literarische Lese endet mit Literaturfest
„Wegen Wetterprognose verlegt in von-Busch-Hof“, stand auf einem Plakat am Retzeranwesen. Am Samstagabend habe sich das Organisationsteam der Literarischen Lese kurzfristig für die Verlegung entschieden, weil für Sonntag Gewitter und Regen angekündigt waren, „jetzt ärgern wir uns darüber“, erzählte Waltraud Amberger, die das Projekt Literarische Lese leitet. Regen und Gewitter kamen nicht nach Freinsheim und für ein Fest sei die Atmosphäre des Retzerparks besser geeignet.
Doch hat der von-Busch-Hof auch seine Vorzüge, so gibt es hier einen Flügel auf dem der Pianist Tabriz Ibrahim Halilov, der zusammen mit dem Gitarristen Michael Halberstadt für den musikalischen Part beim Literaturfest sorgte, spielen konnte. Das Duo spielte eher ruhige Covers aus verschiedenen musikalischen Richtungen. „Wir werden immer mehr“, freute sich Halberstadt, als die Anzahl der Zuhörer vom einstelligen in den zweistelligen Bereich anstieg.
Zum ersten Mal Poetry-Slam
Erstmals stand Poetry Slam auf dem Programm des Literaturfestes. Da traf es sich gut, dass von Donnerstag bis Samstag die Landesmeisterschaft im Poetry Slam in Kaiserslautern gewesen war. Die neue Landesmeisterin Sinah Aline Clos trug ihren sehr politischen Text „Freddy“ vor. Mit aus Kaiserslautern gekommen waren außerdem Julia Goldenbaum. Leander Bauer und Mario L. Toro. Texte und Vortrag waren für Poetry Slam eher gefällig und es gab Beifall von den immerhin inzwischen etwa 25 Zuhörern. Unterhaltsam die Alliterationen in denen Mario L. Toro das Märchen „Hänsel und Gretel“ erzählte. Ziemlich nervig Markus Becherer, der den Poetry Slam im Stil eines Gute-Laune-Verkäufers im Supermarkt moderierte.
Waltraud Amberger schaffte es einen Teil der ohnehin wenigen Zuhörer noch zu vertreiben, indem sie eine lange Pause ankündigte, obwohl zwei junge Autoren der WortArt Schreibgruppe der Donnersberger Literaturtage auf dem Programm standen. Gerade angesichts des jungen Alters von Elena Hartmann und Jaron Wendel waren die Texte sehr gelungen und hörenswert. Um Wünsche und die Realität geht es in dem Text „Mein einer Wunsch“ von Elena Hartmann. Jaron Wendel berichtete in dem Text „Im Wohnzimmer“ einfühlsam von einer alten Frau.
Kinderprogramm gut besucht
Die beiden waren auch weitgehend die Einzigen, die von dem angekündigten Programm im Freien übrig geblieben waren. An ihrem Stand sollten Würfel und Zitate die Besucher zu eigenen Texten inspirieren, die Hartmann und Wendel an eine Leine hängten. Allzu voll wurde die Leine nicht. An einem Tisch las Rayen del Solar einer kleinen Runde eigene Texte vor.
Etwas besser besucht war das morgendliche Kinderprogramm. Der Clown Babo kam bei den Jungen und Mädchen gut an. Und Kinder der Kallstadter Kindertagesstätte präsentierten die Ergebnisse eines Projekts.