Bad Dürkheim
Leutselig und jugendfrisch: Der König in Dürkheim
Der König kommt! Am 30. Juni 1860 beehrt der bayerische König Ludwig I. die Stadt Dürkheim mit seinem Besuch. In seiner Begleitung: sein Sohn Prinz Adalbert, seine Tochter Mathilde Karoline, Großherzogin von Hessen, und ihr Ehemann Ludwig III., Großherzog von Hessen-Darmstadt. Die Presse ist begeistert. In hohen Tönen lobt die Pfälzer Zeitung zwei Tage später den Besuch: „Die hohen Herrschaften wurden am Eingange der Stadt von den Beamten und dem Stadtrathe empfangen. Der Herr Bürgermeister hielt eine herzliche Ansprache und kredenzte Seiner Majestät einen mit dem besten Michelsberger gefüllten Pokal.“
Für den hohen Besuch hat sich die Stadt ins Zeug gelegt: Die Straßen sind mit Fahnen geschmückt, die Einwohner stehen jubelnd am Straßenrand. Nachdem König Ludwig also den ihm dargereichten Wein getrunken hat, fährt er vorbei an den jubelnden Massen zur Ruine des Klosters Limburg. Dort werden sie bereits erwartet von den Sängern des Cäcilienvereins mit dem Lied „Was ist des Deutschen Vaterland?“, das Ernst Moritz Arndt 1813 geschrieben hatte. Eigentlich möchte der König sein Diner gemeinsam mit dem Dürkheimer Bürgermeister „auf dem reizend gelegenen Lindenplatz“ verzehren, doch das Wetter macht einen Strich durch die Rechnung. So weicht die königliche Gesellschaft in den Saal des Restaurationsgebäudes aus – gemeinsam mit dem Dürkheimer Cäcilienverein und der Kurmusikgesellschaft, die das Mittagessen mit Musik und Liedern begleiten.
Die pfälzische Residenz
Doch – welch ein Glück – das Wetter hat sich gebessert. Der Kaffee im Anschluss kann im Freien eingenommen werden. Der hohe Besuch unterhält sich „auf das Freundlichste“ mit den Anwesenden, worüber diese offenbar höchst glücklich waren. „Alles war entzückt über die Leutseligkeit und Herzlichkeit des noch so jugendfrischen Königs“, notierte die Pfälzer Zeitung dazu. Doch die für das Besuchsprogramm vorgesehene Zeit vergeht nur allzu schnell: Gegen 17.30 Uhr ist die Besichtigung der Ruine Limburg beendet, und König Ludwig macht sich mit seinem Gefolge auf den Weg zurück nach Dürkheim, um als Abschluss seines Besuchs den Kurgarten zu besuchen.
Dann verlässt König Ludwig gemeinsam mit seiner Begleitung die Stadt unter herzlichen Abschiedsworten des Bürgermeisters und dem Jubel der Bevölkerung. Es geht wieder in Richtung Villa Ludwigshöhe bei Edenkoben, der pfälzischen Residenz des Königs. Nach deren Fertigstellung im Jahr 1852 verbringt er dort alle zwei Jahre einige Wochen im Sommer. Die Villa liegt seiner Ansicht nach in der „schönsten Quadratmeile“ seines Königreichs. Während seiner Aufenthalte unternimmt Ludwig I., der während der Revolution des Jahres 1848 auf den Thron zugunsten seines Sohnes Max II. Joseph verzichtet hat, von der Ludwigshöhe aus Ausflüge und Fahrten durch die Pfalz – Ausflüge, wie den am 30. Juni 1860 nach Dürkheim.