Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Letztes SWR3-Comedy-Festival: Etwas Wehmut zum Start

Viele waren am Freitagabend auf den Schlossplatzgekommen, um das letzte Comedy-Festival in der Kurstadt zu verfolgen.
Viele waren am Freitagabend auf den Schlossplatzgekommen, um das letzte Comedy-Festival in der Kurstadt zu verfolgen.

Zum letzten Mal ist am Freitag der Startschuss für das SWR3-Comedy-Festival gefallen: mit gelungenen Zwerchfell-Attacken, zufriedenen Gästen – und einer Portion Wehmut.

Fest steht es schon seit dem letzten Jahr: Das SWR3-Comedy-Festival wird an diesem Wochenende zum letzten Mal in der Kurstadt stattfinden. Sparmaßnahmen seien nach Auskunft des Radiosenders dafür verantwortlich, der beliebten Veranstaltung, die im Jahr 2016 ihre erfolgreiche Premiere feierte, ein Ende zu setzen.

Dennoch verläuft der Auftakt am Freitag mit vier Comedy-Acts wie gewohnt erfolgreich. Die Zuschauer haben bei den Live-Auftritten einiges zu lachen. Den Anfang macht Vince Ebert, der für den erkrankten Markus Krebs kurzfristig eingesprungen war. Mit viel Humor bringt der Kabarettist den Zuhörern seine Erkenntnisse zu den großen Fragen rund um Politik, Gesellschaft und Natur nahe.

Mitten im Publikum befindet sich auch Dieter Klimenko, der mit seiner Ehefrau Eva aus Köln angereist ist, um drei Tage Comedy in Bad Dürkheim zu genießen. „Wir sind zum dritten Mal dabei und bedauern es sehr, dass hier jetzt Schluss sein soll, zumal wieder das liebe Geld eine Rolle spielen soll“, sagt Klimenko, der sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt hat: Er will zwölf Comedy-Acts live verfolgen. „Später schauen wir noch Lisa Feller, dann wird auf dem Schlossplatz weiter gefeiert“, erklärt der Kölner.

„Zu einer großen Familie zusammengewachsen“

Dort herrscht schon vor 15 Uhr gute Stimmung, als Morningshow-Moderator Kemal Goga Nikita Miller in einem kurzen Interview vorstellt. Goga sieht die achte Auflage des Comedy-Festivals mit einem „lachenden und einem weinenden Auge“. Mittlerweile seien die Comedians, die zum größten Teil durch das Radio bekannt geworden seien, zu einer großen Familie zusammengewachsen. „Es ist schön, dass man sich hier immer mit guten Freunden trifft. Das macht Spaß. Das weinende Auge sagt mir, dass es jetzt erst einmal zu Ende ist mit dem Comedy-Festival in Bad Dürkheim. Aber wir wussten von Anfang an, dass wir es hier nicht dauerhaft machen werden. Und wir dürfen nicht vergessen, dass wir in der tollen Stadt Bad Dürkheim über 100 Shows auf die Bühne gebracht haben“, sagt der Moderator. Dennoch geht Goga davon aus, dass der Radiosender SWR3 weiterhin in der Pfalz mit Comedy unterwegs sein wird.

Der Dürkheimer Christian Handrich, der früher das Kulturbüro der Stadt geleitet hat und jetzt als Geschäftsführer der Alten Feuerwache in Mannheim arbeitet, bedauert das Ende des Festivals in der Kurstadt sehr, zumal die Veranstaltung eine tolle Aufwertung für die Stadt gewesen sei. „Solch ein Angebot gab es vorher in Dürkheim noch nicht, und es wird uns fehlen“, sagt Handrich, der sich noch gut an das „Festivalradio“ erinnern kann, das aus dem Haus der guten Weine am Römerplatz gesendet hat. „Aber wir schauen jetzt nach vorn und freuen uns auf das Winzerpicknick, das Stadtfest, Salinenfest und die anderen Veranstaltungen, die Bad Dürkheim zu bieten hat. Außerdem ist da ja auch noch der Wurstmarkt“, sagt Handrich augenzwinkernd.

Auch die Dürkheimer Weinprinzessin Denise Stripf lässt sich das letzte Comedy-Festival nicht entgehen. Gemeinsam mit der Deutschen Weinprinzessin Lea Baßler will sie das Festival am Schlossplatz verfolgen. „Es ist sehr schade, dass wir zum letzten Mal dabei sind. Neben den vielen Weinfesten, die auch alle sehr schön sind, war das Comedy-Festival eine tolle Abwechslung, die sehr viel Spaß und Freude bereitet hat“, erklärt sie.

Arno und Eva Lörsch aus Saffig bei Andernach haben sich Tickets für Vince Ebert und Andreas Müller besorgt. „Wir sind zum ersten Mal in Bad Dürkheim dabei und finden es sehr traurig, dass die Veranstaltung im nächsten Jahr nicht mehr stattfindet“, sagt Lörsch. Das Wochenende möchte er trotzdem genießen– ebenso wie seine Ehefrau Eva, die ergänzt: „Uns gefällt es hier sehr gut, und wir fühlen uns hier am Schlossplatz sehr wohl, denn hier gibt es guten Wein und auch etwas Leckeres zu Essen.“

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