Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Lebenshilfe-Malwerkstatt: Projekte verschoben

Wolfgang Sautermeister hat bereits einige Arbeiten für den Förderpreis Euward ausgewählt.
Wolfgang Sautermeister hat bereits einige Arbeiten für den Förderpreis Euward ausgewählt.

Zermürbend: So charakterisiert Wolfgang Sautermeister die aktuelle Situation der Künstler der Malwerkstatt der Lebenshilfe. Als künstlerischer Leiter hat er momentan viel Zeit, das Archiv des Ateliers neu zu strukturieren. Denn an den Projekten weiterzuarbeiten, ist für die Künstler derzeit nicht möglich. Die große Frage: Wann geht’s weiter?

Mit den Künstlern hat Sautermeister bereits intensiv für die Performance „Die Entscheidung – eine Western Oper“ geprobt und die geplante Ausstellung „Ich bin’s“ vorbereitet. Doch die Umsetzung steht aktuell noch in den Sternen: Denn die Künstler haben vorerst keine Gelegenheit, ihre begonnenen Projekte zu beenden und das Endergebnis in der Öffentlichkeit vorzustellen. Für Sautermeister selbst bleibt nur die Möglichkeit, das Archiv des Ateliers neu zu strukturieren. Aus den Arbeiten hat er inzwischen eine Auswahl getroffen, die er als Bewerbung für den Kunstpreis Euward einreichen will. Der Förderpreis für Malerei und Grafik von Künstlern mit geistiger Behinderung wurde von der Augustinum Stiftung in München initiiert.

Viele neue Ideen

Für die Planung des nächsten Jahres hat Sautermeister sich noch einmal in die bereits fertig gestellten Bilder vertieft und nachvollzogen, wie die Entwicklung der einzelnen Künstler gelungen ist. Die drängende Frage: „Wann können wir weitermachen?“ In Mainz soll im November noch einmal die Tanzperformance „Heimat“ aus dem Vorjahr gezeigt werden, bereits begonnene Projekte sind erst mal auf das nächste Jahr verschoben.

Auch wenn sich bisheriges „in Luft aufgelöst“ hat, wie der ambitionierte Performer Sautermeister sagt, so ist er voll neuer Ideen für 2021. Er ist in Kontakt mit der evangelischen Kirche in Mannheim, um dort eine Ausstellung zum Thema Gott zu realisieren. Denn für die Künstler und das Atelier ist es wichtig, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Auch im Ludwigshafener Kulturzentrum „dasHaus“ ist eine Zusammenarbeit mit mehreren Institutionen fest geplant. „Manche Projekte brauchen zwei bis drei Jahre Vorbereitung“, sagt Sautermeister. Das wisse er aus Erfahrung. Trotz all dem schaue er hoffnungsvoll nach vorn.

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