Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Konkurrent hört auf: Wird Glasklar-Chef Stefan Fey Monopolist?

Seit 30 Jahren im Geschäft: Stefan Fey.
Seit 30 Jahren im Geschäft: Stefan Fey.

Durch den Ausstieg der Edesheimer Firma Oberhofer aus dem Flaschen-Spülgeschäft könnte die Firma Glasklar in Wachenheim profitieren. Was sagt Betriebsleiter Stefan Fey?

Stefan Fey hat zwei Nachrichten, eine gute und eine weniger gute. Die gute handelt davon, dass sich sein Flaschenreinigungs-Geschäft auch in diesem Jahr erfolgreich entwickelt hat. Mit seiner Glasklar Kurpfalz GmbH ist er seit knapp 30 Jahren in diesem Bereich tätig. Sein Team von aktuell 18 Mitarbeitern reinigt und spült all die Flaschen, die er von Winzern bekommt oder von ihnen abholt. Das ist für ihn momentan so erfolgreich, dass er für das kommende Jahr einen Schichtbetrieb für sein Unternehmen einführen will. Fünf weitere Angestellte möchte er dafür einstellen – „plus einen LKW-Fahrer“, wie er betont.

Fey: Will keine Monopolstellung

Hintergrund ist nicht nur, dass immer mehr Winzer auf Mehrweg umstellen. Mehrweg bedeutet, gebrauchte Flaschen zu reinigen und im Anschluss wieder neu zu befüllen, anstatt sie einschmelzen zu lassen. 80 Gramm CO2 stoße sein Unternehmen pro Flasche bei der Reinigung aus, sagt Fey. Zum Vergleich: Die Produktion einer neuen Flasche stoße 1000 Gramm in die Luft.

Auswirkungen auf seinen Betrieb hat auch die Entscheidung der Firma Oberhofer aus Edesheim gehabt. Die hat beschlossen, keine Flaschen mehr zu reinigen und will diese Sparte bei sich schließen – die RHEINPFALZ hatte berichtet. Fey hat dadurch neue Winzerbetriebe dazugewonnen. Er sieht die Vorteile, die sich für ihn ergeben – weniger Konkurrenz, mehr Nachfrage – allerdings sollte es seiner Ansicht nach nicht zu einer Monopolbildung kommen. Lieber wäre es ihm, dass man mehr „miteinander“ arbeite, auch wenn er die Entscheidung der Firma Oberhofer natürlich respektiert.

Preise für „Neu-Glas“ gesunken – mit Folgen

Mit den Folgen möchte Fey umgehen. Er erzählt, dass er am Tag 25.000 bis 30.000 Flaschen in seinem Betrieb reinigen kann. Damit sei die Anlage zu 50 Prozent ausgelastet. Er könnte also noch mehr machen. Das Problem: Stellplatz. Also Bereiche, wo die angelieferten Flaschen bis zu ihrer Reinigung und Verladung abgestellt werden können. Der gehe Frey allmählich aus. Entsprechend ist er auf der Suche nach zusätzlichen Möglichkeiten – und steht mit den umliegenden Gemeinden in Kontakt. Eine weitere Überlegung: Einen zweiten Spülbetrieb errichten. Das wolle er aber nicht allein machen. Zudem sieht Fey die Probleme: Zwei Jahre brauche es, bis so ein Betrieb steht, inklusive Bauzeit und Bürokratie. Sein Vorschlag: Ein Genossenschaftsbetrieb in Zusammenarbeit mit den lokalen Winzergenossenschaften. Allerdings sei dies Zukunftsmusik.

Feys weniger gute Nachricht betrifft den momentanen Preis für „Neu-Glas-Flaschen“ – der ist in diesem Jahr stark runtergegangen. Das hat Auswirkungen auf seinen zweiten Unternehmenszweig: der Verkauf von gespülten Flaschen. Diese kauft er von Genossenschaften, reinigt sie und verkauft sie dann wieder. Ein Grund für die Preissenkung: Die Winzer hätten in diesem Jahr weniger Wein abgefüllt, sagt er. Das liege an der sinkenden Nachfrage und an der wachsenden Konkurrenz aus dem Ausland. Stichwort: günstiger Exportwein in den Supermärkten.

Neues Heizungssystem ist nachhaltiger

Das habe wiederum dazu geführt, dass die Winzer weniger Flaschen gebraucht hätten. In der Folge verkauften die Hersteller weniger und senkten entsprechend die Preise – um zehn Cent pro Flasche, wie Fey erzählt. Das habe in diesem Jahr, vor allem im Herbst, dazu geführt, dass er deutlich weniger seiner eigenen Flaschen verkauft habe. Seine Preise ebenfalls zu senken – worauf er angesprochen worden sei –, habe Fey nicht machen können, sonst rechne sich das Geschäft für ihn nicht mehr.

Dennoch bleibt Fey optimistisch. Für das kommende Jahr glaubt er, dass die Neu-Glas-Preise wieder steigen. Eine größere Investition in sein Unternehmen hat er ebenfalls getätigt: Seit Januar besitzt er ein Blockheizkraftwerk für seinen Betrieb. Auch das habe dazu geführt, den CO2- Ausstoß seines Unternehmens zu reduzieren. Er glaubt, dass in Zukunft noch mehr Winzerbetriebe und Winzergenossenschaften auf das Mehrweg-System umsteigen. Damit werde ihm die Arbeit nicht ausgehen, ist Frey überzeugt.

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