Bad Dürkheim Knallblauer Teppich für die Kunden

Die Resonanz war durchwachsen: Die Einzelhändler in Freinsheim nutzten das Altstadtfest gestern für einen verkaufsoffenen Sonntag. Während auf den historischen Straßen und Plätzen Musikgruppen aufspielten, nutzten Interessierte das Angebot von 13 Uhr bis 18 Uhr zum Shopping.
„Wo kann man sonst in Ruhe stöbern?“, fragte eine Besucherin aus Wachenheim. In Modegeschäften war vor allem die aktuelle Kollektion gefragt. „Erdtöne, Mint und Türkis sind der Renner“, weiß Inhaberin Bettina Kropfitsch von „2RaumStil“. In Schlangen standen die Kunden hier mittags an der Kasse an. „Bei uns gibt es zehn Prozent Rabatt auf die Markenkleidung von Funkystaff, außerdem erhält jeder Kunde ein Glas Sekt“, erklärt Kropfitsch. Wer über den ausgerollten knallblauen Teppich das nur 200 Quadratmeter große Geschäft in der Haintorstraße erst einmal betritt, lässt sich in der Regel auch zum Kauf inspirieren. Auch bei „Le Cadeau“ in der Hauptstraße glänzte das Geschäft. Betreiberin Sigrid Lind: „Kleidung geht in der Regel immer. Wir sind farblich bunt gemischt sortiert. Das gefällt den Leuten.“ Was auffiel: Kunden feilschten in diesem Jahr verstärkt. „Wenn von einem Bolero oder einer Bluse nur noch zwei Stück da sind, werden wir da schon gefragt“, verrät Lind. Manche Kundinnen versprächen auch in den nächsten Tagen wiederzukommen: „Wenn es etwas ruhiger sei.“ „Wir beraten gerne individuell“, sagt eine Verkäuferin bei „Weiblich“, dem Geschäft für Dessous und Nageldesign in der Haintorstraße. Hier wie auch bei Goldschmiedemeisterin Christine Mittrücker („Schmukkes“) rechnete man allerdings erst in der „Schlussphase“ mit mehr Umsatz. „Bei Temperaturen von 27 Grad zieht es viele tagsüber doch eher ins Schwimmbad, die kommen dann in der Regel gegen Abend zu uns“, weiß Mittrücker. Vieles bei ihr sei Einzelanfertigung und bedürfe spezieller Anpassung. Konstanten Umsatz verzeichnete Susanne Herstein, Inhaberin des Freinsheimer Tabakladens: „Ein Fest ohne Tabak ist für viele nicht vorstellbar. Das ist bei mir ein Kommen und Gehen.“ Daneben hatte sie Keramikartikel reduziert. Satte 50 Prozent Nachlass gab es hier auf Kännchen und Krüge. „Wenn die Kunden sehen, dass Freinsheim durchaus zum Einkaufen attraktiv ist, hat sich der Tag gelohnt“, ist sich Sigrid Lind sicher. (skö)