Bad Dürkheim Kleines Tierchen – große Wirkung

Kleines Tier – große Wirkung. Das beweist die Kirschessigfliege nicht nur im Weinberg, sondern auch im Wachenheimer Stadtrat. Dort hat am Montagabend Karl-Josef Schirra vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum einen Vortrag von immerhin gut 45 Minuten gehalten. Ungemein interessant und sicher sehr kenntnisreich. Das Ergebnis für den Stadtrat? Brombeerhecken schneiden kann dem Wein helfen, muss es aber nicht. Diskutiert wird das nun im Bauauschuss. Ob der Rat diese Erkenntnis nicht hätte auch „billiger“ haben können, ist zumindest fraglich. Nachdem sich die Gemüter in einer vergangenen Ratssitzung nach einem Antrag von Arnold Nagel (FWG), das Thema im Stadtrat zu behandeln, innerhalb von Sekunden erhitzt hatten („Flugverbotszone für die Drosophila“), wollte die Stadtspitze diesmal wohl alles besonders richtig machen. Beigeordneter Helmut Panzel stellte den Kontakt mit Schirra her. Der sprach ausführlich über den bezahnten Eiablageapparat der weiblichen Fliege und das Fäulnisjahr 2014. Wachenheim solle als Stadt die Heckenpflege mit anderen Grundstückseignern klären und koordinieren, so stellt Nagel sich das vor. Gerodet, geschnitten und „aufgeräumt“ wird dieser Tage ohnehin viel. Auch in Wachenheim. Das gefällt aber auch nicht immer jedem. Zumal das Heckenschneiden in seiner Wirksamkeit umstritten ist, das sagte Schirra auch. Wie es mit der Kirschessigfliege und den Maßnahmen gegen sie nun weitergeht, dass kann auch der DLR-Experte nicht sagen. Aber jedes Ratsmitglied und jeder Bürger, der am Montagabend zuhörte, kann im Zweifel folgenden Debattenbeitrag leisten: „Die Kirschessigfliege ist ein komplexes Tier“. (jpl)