Bad Dürkheim Klassisches für traditionelles Publikum

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„Musik muss man nicht verstehen, Musik muss man genießen. Und dafür machen wir die Wachenheimer Serenade“, sagt Eckhard Hilgemann, erster Vorsitzender des Freundeskreises Wachenheimer Serenade. Der Verein organisiert die Konzerte und packt auch ganz praktisch mit an.

Die Wachenheimer Serenade bildet das kulturelle Aushängeschild der Stadt Wachenheim. Die Gründung des Vereins entstand quasi aus der Not heraus: Die „Wachenheimer Serenade“ wurde 1966 anlässlich der 1200-Jahrfeier der Stadt auf Initiative des damaligen Stadtbürgermeisters Hans Graumann, einem ausgebildeten Bariton, ins Leben gerufen. Veranstaltet wurde die Konzertreihe von der Stadt. Die Organisation übernahmen – ehrenamtlich – vor allem Hans Graumann und seine Familie selbst sowie einige begeisterungsfähige Mitarbeiter der Stadt. Künstlerischer Leiter wurde Gerhard Koch, der Solooboist der Pfälzischen Philharmonie, der heutigen Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Mit einigen Kollegen aus seinem Orchester hatte er schon zuvor das Kammerorchester „Camerata Instrumentale“ gegründet, mit dem er zahlreiche Konzerte in Wachenheim gab, es gelang ihm aber auch immer, hochkarätige Gäste an Land zu ziehen, beispielsweise die legendäre Pianistin Elly Ney, die Sängerin Erika Köth oder den Cellisten Ludwig Hoelscher. So fand die „Wachenheimer Serenade“ bald großen Zuspruch weit über die Region hinaus. Dennoch geriet die Reihe bald in eine Krise, da sich die Stadt durch den finanziellen und organisatorischen Aufwand überfordert sah. Als auch noch Hans Graumann, der sich mit viel Leidenschaft und Zeit in die Arbeit eingebracht hatte, Wachenheim verließ, schien das Ende der Konzertreihe besiegelt. Doch es fanden sich eine Schar von engagierten Musikfreunden, die die Wachenheimer Serenade in Eigenregie weiterführen wollten und die Stadt auch bei den Kosten entlasten wollten. Am 30. Juni 1972 gründeten sie den Verein Freundeskreis Wachenheimer Serenade. Der Freundeskreis wirkt mit bei der Auswahl der Künstler und Programme, sorgt für die Werbung, organisiert die Konzerte und führt sie durch – im Auftrag der Stadt, die immer noch Veranstalter ist. Bei den Konzerten verkaufen die Mitglieder Karten, stellen die Stuhlreihen auf und räumen sie wieder weg, weisen den Besucher Plätze an und verkaufen in der Pause Getränke – alles ehrenamtlich, versteht sich. Der Freundeskreis umfasst heute etwa 200 Personen, bei den Konzerten sind rund ein Dutzend Helfer im Einsatz. Geleitet wird der Verein von einem aus vier Personen bestehenden Vorstand, der von einem sechsköpfigen Beirat unterstützt wird. Der Gründer des Vereins, Dr. Sand, war für zehn Jahre auch sein Erster Vorsitzender. Seit 2012 ist Eckhard Hilgemann der Vorsitzende. Jedes Vereinsmitglied trägt nicht nur mit seiner Arbeitskraft, sondern auch mit seinem Jahresbeitrag zu der erfolgreichen Arbeit bei. Wichtig sind auch die Anzeigenkunden im Jahresprogrammheft, die damit einen ganz wesentlichen Beitrag zur immer wichtiger werdenden Werbearbeit des Vereins leisten, ebenso die Spender. Die Hauptverantwortung bei der Auswahl der Künstler und der Programme liegt beim Künstlerischen Leiter. Auch da herrscht bei der Wachenheimer Serenade personelle Kontinuität. Alle bisherigen künstlerischen Leiter waren Mitglieder der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz. Geprägt wurde die Reihe vor allem durch das langjährige Wirken von Gerhard Koch, der von 1966 bis 1999 die künstlerische Leitung innehatte. Dem Oboisten Koch folgte dann der Geiger Christoph Hertrampf, seit Anfang 2014 ist nun wiederum ein Blechbläser, der Erste Trompeter Friedhelm Bießecker neuer Künstlerischen Leiter. Alle haben gute Verbindungen zur Musikszene, nicht nur in der Region und verstehen es, hervorragende Solisten und Ensembles zu verpflichten, die in die Programmstruktur der Wachenheimer Serenade passen. Die Schwerpunkte liegen nach Aussage des Freundeskreises bei Sinfonie-, Kammer- und Solokonzerten, ergänzt durch Serenadenkonzerte und Liederabende sowie gelegentliche Veranstaltungen mit einem Hang zum Unterhaltsamen. Überhaupt orientiert man sich bei den Programmen an den Erwartungen eines traditionellen Publikums. Werke der Moderne gibt es durchaus zu hören, die Avantgarde bliebt indes weitgehend ausgespart. Eine wichtige Rolle spielt auch das Ambiente, und da kann der Freundeskreis auf schöne und reizvolle Spielstätten zurückgreifen: Traditioneller Spielort ist die Sektkellerei Schloss Wachenheim, der Festsaal vor allem, aber auch der Schlosshof. Auch weiterhin setzt sich der Verein dafür ein, dass Konzerte in der Sektkellerei stattfinden, es gibt aber auch immer noch andere wunderbare Spielstätten. Etwa gleich nebenan die gotische Ludwigskapelle oder die Protestantische Kirche, in der ebenfalls traditionell das Adventskonzert stattfindet. Hinzu kommen noch etwa das Kelterhaus des Weinguts Bürklin-Wolf oder jüngst die Burgruine Wachtenburg.

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