Kreis Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kipki-Förderung: Fast zwei Millionen Euro für den Klimaschutz

Den Förderbescheid gab es am Donnerstag im Kurpark (von links): Klimaschutzmanagerin Nathalia Koch mit den Beigeordneten Sven Ho
Den Förderbescheid gab es am Donnerstag im Kurpark (von links): Klimaschutzmanagerin Nathalia Koch mit den Beigeordneten Sven Hoffmann sowie Timo Jordan neben der Mainzer Umweltministerin Katrin Eder.

Fast zwei Millionen Euro erhält der Landkreis Bad Dürkheim vom Land Rheinland-Pfalz, um bis Ende Juni 2026 zwölf Klimaschutz-Projekte umzusetzen. Für ein weiteres Projekt könnte es im Nachhinein noch Geld geben: Der Landkreis würde gerne seine Kommunen mit E-Bike-Verleihstationen ausstatten.

„Ich weiß, es ist ambitioniert, bis Ende 2026 alles ausgegeben und verbaut zu haben. Aber wir möchten, dass es schnell geht“, sagte Klimaschutz- und Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) am Donnerstag im oberen Kurgarten. Anlässlich der in Bad Dürkheim stattfindenden Umweltministerkonferenz übergab Eder den Förderbescheid selbst an die Vertreter des Landkreises. Die Beigeordneten Timo Jordan (SPD) und Sven Hoffmann (CDU) sowie Klimaschutzmanagerin Nathalia Koch nahmen das Schreiben der Landesregierung entgegen.

„Es ist schön, dass es endlich losgeht und der lange Prozess der Beantragung abgeschlossen ist“, meinte Jordan. Er machte deutlich, dass wesentlich mehr als 1,946 Millionen Euro in den Landkreis fließen. Denn auch die Kommunen hätten Förderprojekte eingereicht, sodass am Ende der gesamte Kreis 5,9 Millionen für den Klimaschutz ausgeben könne. Das Geld stammt aus einem von der Landesregierung aufgelegten Investitionsprogramm für Klima und Innovation (Kipki). Damit sollen konkret Kommunen bei der Umsetzung von Klimaschutzprojekten unterstützt werden. Man habe sich mit den Kommunen im Landkreis bei der Projektauswahl abgestimmt, um Dopplungen zu vermeiden, sagte Jordan. Aus einer vom Land erstellten Positivliste konnte der Kreis auswählen, welche Maßnahmen im Landkreis Bad Dürkheim sinnvoll sind. Auch die Bürger können dabei aktiv werden: Bei den mit 150.000 Euro geförderten LED-Tauschtagen sollen sie ihre alten Leuchtmittel gegen neue umtauschen können, erläuterte Jordan.

Dachbegrünung und Ladestationen

Mehr als doppelt so viel Geld wird der LED-Leuchten-Tausch in den kreiseigenen Liegenschaften kosten, der jetzt durch die Kipki-Gelder erfolgen soll. Teuerstes Projekt ist mit rund 342.000 Euro die Dach- und Fassadenbegrünung des Kreishauses. Das Dach der Kreisverwaltung soll außerdem für 273.000 Euro noch energetisch saniert werden. Der Fuhrpark des Kreises wird für knapp 300.000 Euro mit fünf E-Autos bestückt. Dabei werden vier Dieselautos ausgetauscht und ein neuer Wagen angeschafft. Die Fahrzeugstandorte bekommen außerdem Photovoltaikanlagen, Stromspeicher und Wallboxen (150.000 Euro).

Außerdem sind am Kreishaus Solar-Ladestationen für E-Bikes geplant (30.000 Euro). Diese Stationen soll es auch an den Schulen des Kreises geben (120.000 Euro). Die Schulen sollen außerdem Energiespeicher für PV-Anlagen (110.000 Euro) erhalten sowie von Beschattungs- und Begrünungsmaßnahmen profitieren (20.300 Euro). Gefördert werden auch Fahrradabstellanlagen vor dem Kreishaus (15.000 Euro).

Großprojekt in Bearbeitung

Eine Förderung erhofft sich der Kreis noch für ein richtiges Großprojekt: Für knapp 1,4 Millionen Euro möchte der Landkreis seine fünf Verbandsgemeinden sowie Haßloch, Grünstadt und Bad Dürkheim mit insgesamt 24 Verleihstationen für E-Lastenräder und normale E-Bikes ausstatten, wie Klimaschutzmanagerin Nathalia Koch erläuterte. Jede Kommune soll drei Verleihstationen bekommen, so der Wunsch des Kreises an das Land. Photovoltaikmodule und Energiespeicher stehen für diese Verleihstationen ebenfalls auf der Wunschliste. „Dieses Projekt stand nicht auf der Kipki-Liste“, sagte Jordan. Für diesen Förderwettbewerb habe der Kreis selbst innovativ werden können. Da man auf Wunsch des Landes noch eine detaillierte Ausarbeitung eingereicht und jetzt auch eine Einladung zur Förderübergabe erhalten habe, erhoffe man sich, am 24. Juni in Mainz nicht gerade leer auszugehen.

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