Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kindheit im Wald: 20 Jahre Waldameisen

Beim Jubiläumsfest ist die Slagline überlastet (von links): Bertrand Le Guillou, Irena Kalbenn, Pablo Wahl und Katharina Oehmich
Beim Jubiläumsfest ist die Slagline überlastet (von links): Bertrand Le Guillou, Irena Kalbenn, Pablo Wahl und Katharina Oehmichen mit ihren Waldameisen-Schützlingen.

Wer im Poppental spazieren geht, stößt bald auf den Bauwagen der Wachenheimer Waldameisen. Denn sie verbringen hier ihre Kindergartenzeit. Für Erzieherin Katharina Oehmichen ist es ein „Herzensprojekt“: Sie ist seit 20 Jahren dabei.

Die Kinder dürfen am Feuer kochen, mit Naturmaterial basteln oder ein Lager aufbauen. Im Sommer können sie am Schwabenbach abkühlen, der durch das Poppental fließt. Es werden auch Musikerziehung und Kinder-Yoga angeboten. Außerdem lernen die Kinder spielerisch Fremdsprachen kennen – Französisch, Englisch oder Pfälzisch. Daneben veranstalten sie Ausflüge wie etwa ins Altenheim, zur Polizei, ins Theater oder gehen auf eine Burgenwanderung, berichten die Erzieher.

Der Waldkindergarten ist als Elterninitiative entstanden. Nach drei Jahren Vorbereitung hat sich die Waldgruppe der Wachenheimer Kita Pusteblume im April 2003 das erste Mal mit 20 Kindern und zwei Erzieherinnen im Poppental getroffen. Oehmichen startete mit ihrer damaligen Kollegin noch ohne viel Erfahrung in den Wald. „Schnell kristallisierte sich heraus, dass er den Kindern gut tut und sie ihre kognitiven und motorischen Fähigkeiten bestens entwickeln konnten“, erinnert sich das Team des Waldkindergartens.

Von der Zeit im Wald profitieren die Kinder

Das Waldkonzept entwickelte sich erst nach und nach. 2006 bekam die Gruppe ihren ersten Unterschlupf, der sie bei schlechtem Wetter schützen soll – den Bauwagen. Die meiste Zeit ist sie jedoch draußen und verbringt die Tage im Wald selten am selben Platz. Der Treffpunkt ist am Spielplatz Poppental, dann wandern alle zu einem der etwa 15 verschiedenen Waldplätze. Seit 2010 haben die Waldameisen ein festes Winterquartier in Form eines großen Indianertipis, in dem es auch eine Feuerstelle gibt, an der Suppen gekocht werden können. „Niemand muss frieren“, betont das Waldameisen-Team. Der Waldkindergarten wird seit Anfang dieses Jahres unabhängig von der Kita Pusteblume unter der Leitung von Bertrand Le Guillou geführt. Neben ihm gehören Katharina Oehmichen, Irena Kalbhenn, Pablo Wahl und Marisa Fischer zum Team. Sie erzählen, dass sich seit der Gründung eine lange Warteliste gebildet habe. Der Kindergarten bekomme von der Grundschule Wachenheim jährlich positive Rückmeldung bezüglich der Konzentrations- und Bewegungsfähigkeit der ehemaligen Waldkinder, erklärt die Leitung des Waldkindergartens.

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Waldgruppe veranstalteten die Waldameisen ein Fest, für das die Kinder den Wald mit Gebasteltem schmückten. Zuerst gab es ein kleines musikalisch-spielerisches Programm, bei dem die Kleinen als Waldtiere verkleidet waren. Anschließend konnten die Kinder Boote und Igel basteln oder sich auf einem großen Kletterparcours austoben. Aber auch Spiele wie Eierlauf und Ringewerfen wurden angeboten. Die Verpflegung stellten der Förderverein des Kindergartens und der Pfälzerwald-Verein sicher.

Ehemalige Waldeltern, unter anderem Gründungsmitglieder, überreichten der Waldgruppe einen neuen Bollerwagen. Auch einige ehemalige Waldameisen, mittlerweile bis zu 25 Jahre alt, besuchten das Fest und erzählten Oehmichen begeistert von ihren Erinnerungen an die Kindheit im Wald. „Ich wünsche mir, dass noch viele Kinder diesen Weg im Wald gehen können“, sagt Oehmichen.

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