Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kinder packen auf „Gemüseackerdemie“ an: Wo Gemüse und Wissen wachsen

Die Beete werden für die einzelnen Gemüsesorten gut vorbereitet.
Die Beete werden für die einzelnen Gemüsesorten gut vorbereitet.

Tatkräftig im Einsatz waren am Dienstag über 50 Grundschüler im Stadtmauergarten: Ihre Pflanzaktion ist Teil des Bildungsprogramms „Gemüseackerdemie“.

Dass es Spaß macht, im Gemüsebeet zu „ackern“, ist den Kindern im Stadtmauergarten anzusehen. Wo in den vergangenen Wochen einige Flächen von Bewuchs befreit wurden, ziehen sie jetzt Furchen für die Aussaat in die Erde. Dann legen sie im passenden Abstand kleine Samen hinein. Im Beet nebenan werden junge Pflänzchen gesetzt und vorsichtig angegossen.

Lebhaft und fröhlich geht es zu beim praktischen Lernen im naturnahen Garten. Es ist eine andere, lebensnahe Form von Unterricht, bei der Kinder unmittelbar erleben, welche Arten von Gemüse es gibt und wie sie gedeihen. Das Entdecken kleiner Tiere gehört zum regen Treiben dazu.

Einmal wöchentlich kommen drei Klassen der Grundschule Wachenheim mit ihren Lehrerinnen Sabrina Tachkov, Claudia Heene-Reiser und Katja Peper hierher. Vorausgegangen ist eine Bewerbung beim gemeinnützigen Sozialunternehmen „Acker“ in Berlin, das Träger der „Gemüseackerdemie“ ist. Seine Programme werden in ganz Deutschland umgesetzt. Ihr Ziel ist, Wertschätzung für Natur und Lebensmittel zu fördern.

Ansehnlicher Schulgarten

Der Kontakt zum Wachenheimer Heimatverein, der den Stadtmauergarten gepachtet hat, kam über Ruth-Susanne Hansen zustande. Ein Glücksfall, denn hier gibt es Platz für einen ansehnlichen Schulacker. „Um Beete anzulegen, haben die Kinder erst mal wochenlang gehackt“, beschreibt Hansen die notwendigen Vorbereitungsarbeiten für Gemüsebeete.

Viele fleißige Hände packen bei der Pflanzaktion im Stadtmauergarten mit an.
Viele fleißige Hände packen bei der Pflanzaktion im Stadtmauergarten mit an.

Bei der Planung und Umsetzung unterstützt Acker-Coach Sandra Keller die Gartenarbeiter. Von Anfang an ist die Deidesheimerin ehrenamtlich dabei. Über die gesamte Saison mit ihren komplexen Abläufen steht sie den Beteiligten beratend zur Seite. Angesichts ihrer vielen positiven Erfahrungen wünscht sich Sandra Keller, dass mehr Schulen beim Projekt mitmachen würden.

Was die Kosten angeht, so gibt es mehrere Förderer, wobei die AOK Hauptunterstützer ist. „Im Schulacker lernen die Kinder Lebensmittel in ihrer Ursprünglichkeit kennen und Verantwortung zu übernehmen. Das Konzept trägt außerdem zu einer gesunden und nachhaltigen Ernährung bei“, erklärt AOK-Gesundheitsmanagerin Ute Alter, die beim Pflanztag mitmacht.

Lebensmittel nicht als selbstverständlich nehmen

Wie sich im Stadtmauergarten zeigt, spielt bei den Aktionen auch der soziale Aspekt eine große Rolle: Über Altersgrenzen hinweg wird in Grüppchen miteinander gearbeitet. Mehrere Mitglieder des Heimatvereins sind selbst mit sichtlicher Freude dabei. „Wir stellen Platz zur Verfügung und umgekehrt kommt neues Leben in den Garten“, freut sich Susanne Hansen.

Im Laufe der nächsten Wochen können die Kinder beobachten, wie sich die jungen Pflanzen entwickeln. Dass ihre Pflege wichtig ist, werden sie dabei auch feststellen. Gute Voraussetzungen also, dass sie Lebensmittel nicht als selbstverständlich verfügbares Supermarkt-Produkt sehen, sondern als Ergebnis vieler Schritte und Abläufe. Und bald kommt schon die nächste Pflanzaktion: Dann wird es Zeit für Sommergemüse im Schulacker.

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