Bad Dürkheim
Kerzenlicht und Weihnachtssonne: Mitmachprogramm im Pfalzmuseum voller Erfolg
Wie viel Spaß es macht, zum bevorstehenden Weihnachtsfest selbst kreativ zu werden, statt alles vorgefertigt zu kaufen, das erlebten große und kleine Besucher: Rund um den Werkstoff Bienenwachs gab es ab dem Vormittag abwechslungsreiche und spannende Bastelangebote. Ein großer Teil des Wachses, das verarbeitet wurde, stammt von den Bienen des Museumsgartens.
Schmelzen und gießen
Aufmerksam hört die zehnjährige Nella aus Kallstadt zu, als Museumspädagogin Birte Schönborn erklärt, wie man aus dünner Pappe eine Form anfertigt. Hier wird später flüssiges Wachs hinein gegossen. Klein geschnittene Wachsreste sind vorher im heißen Wasserbad eingeschmolzen worden. Sie stehen im Museum bereit; manche Besucher haben aber auch eigene Kerzenreste mitgebracht, die eine neue Form erhalten sollen.
Jetzt gilt es, den Docht richtig in der Form zu platzieren – keine ganz einfache Sache. Aber mit Unterstützung durch die Mama gelingt es Nella, und bald kann das Wachs in die Form gefüllt werden. Konzentriert und sorgfältig bewerkstelligt Nella den Guss. Dabei achtet sie darauf, dass sie das heiße Glas mit der Schmelzmasse nur über einen Topflappen berührt.
Am Nebentisch sind der fünfjährige Emil und sein größerer Bruder Johannes aus Ellerstadt damit beschäftigt, Teelichter aus Bienenwachs anzufertigen. Zum Einfüllen in die Lichthülse ist das Wachs schon geschmolzen und der Docht steht ebenfalls bereit.
Auch bei den zwei Brüdern gibt es elterlichen Beistand, und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Noch mehr Spaß habe ihm aber das Kerzendrehen gemacht, sagt der neunjährige Johannes und zeigt sein fertiges Werk.
Gerollte Kerzen beliebt
Die gerollten Kerzen aus Wabenplatten sind tatsächlich ein Renner an diesem Tag. Vielleicht auch, weil das Aufwickeln der Platten weniger schwierig ist als das Gießen. Allerdings muss man darauf achten, dass der Anfang der Wabe eng um den Docht gelegt und dann fest aufgewickelt wird. Ansonsten würde die Kerze nicht sauber abbrennen.
Während sie den vielen Besuchern mit Rat und Tat zur Seite stehen, haben Birte Schönborn und ihre Kollegin Jasmin Gundlach alle Hände voll zu tun. Ob es um das Herstellen von Bienenwachstüchern geht, bei dem das Wachs gleichmäßig auf Stoff verteilt wird, oder um das Anfertigen von Geschenkanhängern: Oft gibt es etwas zu erklären oder helfend einzugreifen. „Das Wachs ist fertig“, ruft Jasmin Gundlach einer Mutter zu. „Wir kommen gleich, wir haben noch ein Docht-Problem“, kommt als Antwort zurück.
Es braucht Geduld
Währenddessen wartet Nella darauf, dass ihre Kerze draußen vor der Tür abkühlt. Bis sie sich aus der Form lösen lässt, dauert es etwa eine halbe Stunde. So gespannt das Mädchen auch auf das Ergebnis ist: Er heißt nun erst einmal, sich in Geduld zu üben. Aber währenddessen gibt es in den Museumsräumen ja vieles anzuschauen.
Die neunjährige Jana, die aus Landau in die Forschungswerkstatt gekommen ist, hat eine ansehnliche Reihe von Anhängern gegossen. Zu ihren kleinen Werken gehören mehrere Herzen, ein Engel und ein Schaukelpferd.
Sie hat alles richtig gemacht und die losen Enden der Anhänge-Bänder ins Wachs gelegt, bevor die Masse kalt und fest wird. Etwas Besonderes wird Jana ihrer Oma schenken: eine strahlende Sonne. Der selbst gefertigte Anhänger wird das Weihnachtsfest bestimmt erhellen.