Bad Dürkheim „Jim, du hast gewonnen“

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Weisenheim am Berg wird auch weiterhin einen CDU-Bürgermeister behalten. Fast 56 Prozent der Wähler haben sich bei der Stichwahl am Pfingstsonntag für Joachim Udo Schleweis entschieden. Die Entscheidung führte nach einer spannenden Auszählung schließlich der große Anteil der Briefwähler herbei.

Doppelt gezählt hält besser. Und trotzdem dauert es nur sieben Minuten, bis bei der Stichwahl zum Bürgermeister in Weisenheim am Berg am Sonntag die Stimmen des ersten Wahlbezirks ausgezählt sind. Da steht es 81 zu 60 für den CDU-Kandidaten Joachim Udo Schleweis. Einige Minuten später liegt auch im zweiten, ebenfalls in der alten Turnhalle untergebrachten Wahlbezirk ein Ergebnis vor: Mit einer einzigen Stimme (100 zu 99) geht hier SPD-Kandidatin Brigitte Hauser in Führung. Kurz wird es doch noch heiß in der alten Halle, in der es im Gegensatz zu den tropischen Temperaturen draußen bisher noch verhältnismäßig kühl geblieben war. Jetzt hängt alles vom dritten, dem Briefwahlbezirk, ab. Dessen Wahlhelfer sind im Bürgerhaus untergebracht und müssen nicht nur die meisten Stimmen auszählen, sondern auch noch ebenso viele Briefumschläge öffnen. Weit mehr als die Hälfte der Wähler haben ihre Stimme per Brief abgegeben, insgesamt haben sich knapp zwei Drittel der Weisenheimer Wahlberechtigten an der Stichwahl beteiligt. Den Helfern und den wartenden Kandidaten bleibt nichts zu tun, als das Wahllokal aufzuräumen, derweil der Wahlleiter auf das Ergebnis der Kollegen aus dem Bürgerhaus wartet. Feiern werden sie auf jeden Fall, versichern die beiden Kandidaten, denen eine gewisse Anspannung nun doch anzumerken ist. Als Favorit war der CDU-Politiker und langjährige Beigeordnete Schleweis ins Rennen gegangen, hatte trotz dreier Gegenkandidaten vor zwei Wochen 45 Prozent der Stimmen geholt, während Hauser mit Lutz Müller den Kandidaten der erstmals angetretenen Bürger für Weisenheim nur knapp auf den dritten Platz hatte verweisen können. Nun sieht es so aus, als hätten sich doch viele Wähler der Bürger für Weisenheim und der Grünen für die SPD-Kandidatin entschieden. Sollten am Ende ein oder zwei Stimmen den Ausschlag bringen, werde die Zählung sicherheitshalber wiederholt, hatte der stellvertretende Wahlleiter und scheidende Bürgermeister Georg Blaul schon angekündigt, da bringt schließlich ein Anruf aus dem Briefwahlbezirk doch die eindeutige Entscheidung. Zwar suchen die Wahlhelfer im Bürgerhaus um kurz nach halb Sieben noch nach zehn vorübergehend verschollenen Stimmen, eines aber ist bereits klar: Schleweis hat rund 100 Briefwähler mehr auf seine Seite ziehen können als seine Konkurrentin. Später wird das vorläufige amtliche Endergebnis dem CDU-Kandidaten mit insgesamt 520 Stimmen einen Vorsprung von genau 105 Stimmen vor seiner Konkurrentin bescheinigen. „Jim, du hast gewonnen“, Brigitte Hauser spricht das Ergebnis als Erste laut aus. Als Bürgermeister, so prophezeit sie ihm, werde er künftig häufig mit ihr zu tun bekommen. Erster persönlicher Gratulant ist Schleweis Vorgänger Blaul, der ihm alles Gute bei der Zusammenarbeit mit allen Fraktionen wünscht. Schleweis wird einem Rat vorstehen, der zur einen Hälfte aus CDU-Mitgliedern und zur anderen aus den Fraktionen von SPD sowie den erstmals im Rat vertretenen Bürgern für Weisenheim und einem Vertreter der Grünen besteht. (ktx)

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