Bad Dürkheim „Initialzündung“ für die Stadt
Startschuss für die Stadtsanierung: Am Mittwochabend hat der Wachenheimer Stadtrat die Sanierungssatzung auf den Weg gebracht. Die Entscheidung fiel einstimmt, Rainer Lukas von der FWG enthielt sich. Mit dem Programm „Historische Stadtbereiche“ soll der Stadtkern saniert werden. Schwerpunktmäßig soll das Programm Anreize für die private Sanierung geben. Die öffentliche Hand investiert im Sanierungszeitraum bis zu sechs Millionen Euro.
Thorsten Seifert vom Planungsbüro Deubert machte ein Rechenbeispiel für eine Privatperson auf, die über Fördermittel und Steuervorteile enorm sparen könne. Investiere sie 115.000 Euro, spare sie bei einer Förderung von zehn Prozent 15.000 Euro ein. Bei den verbleibenden 100.000 Euro bekomme die Privatperson 40.000 Euro über die Steuer zurück. Bliebe also eine Summe von 60.000 Euro, bei einer Ersparnis von 55.000 Euro. Dazu kämen die Vorteile des vereinfachten Verfahrens im Sanierungszeitraum bis 2026. Das Programm wirke wie eine „Initialzündung“, sagte Seifert aus seiner Erfahrung. Er berichtete von einer Gemeinde im Kreis, bei der das Programm bereits Investitionen in Höhe von zehn Millionen Euro ausgelöst habe – und das bei bislang einer Million Euro Fördergeldern. Auch in Wachenheim lägen schon viele Anfragen von Privatpersonen vor. Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) sprach im Rat zum wiederholten Mal von einer „Jahrhundertchance“ für Wachenheim. Das Programm solle auch der Gefahr von Leerständen in der Innenstadt entgegenwirken, führte Seifert aus. Das Programm setze Anreize, etwas zu tun. In der Kosten und Finanzierungsplanung sind rund 1,9 Millonen für private Förderungen kalkuliert worden. Das Fördergebiet ist 14,7 Hektar groß. Rund 160 Häuser sind nach Einschätzung des Beratungsbüros „Werk-Plan“ sanierungsbedürftig. Im historischen Kern der Stadt gebe es „überwiegend Gebäude mit baulichen Mängeln“, so die Untersuchung. Eine Konzentration der Mängel sei vor allem im historischen Zentrum, dem nördlichen Teil der Weinstraße, rund um die Kirche, in der Enten-, Lang- und Hintergasse auszumachen. Darüber hinaus stehen auch die Verbesserung der Verkehrssituation in der Innenstadt, Grünflächen, die Stadtgestaltung oder die Stadtmauer auf der Agenda. Seit 2010 beschäftigt sich die Stadt mit der Sanierung. 2012 gab sie die vorbereitenden Untersuchungen in Auftrag. Dass es nun einige Jahre bis zum Start gedauert habe, habe zum einen an dem Verkehrsgutachten gelegen, das die Stadt nach dem Willen der zuständigen Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Auftrag gegeben hat, so Bechtel auf Nachfrage. Ein andere Grund sei die Abrechnung der bis 2003 andauernden Stadtsanierung gewesen, die man zuvor abschließen wollte. Bei der Sanierung in den 1990er-Jahren wurde ein Schwerpunkt auf die Straßensanierung gelegt. Die Stadt wird auch in der neuen Sanierungsphase tätig werden. Ende des Monats sollen die Arbeiten zur Sanierung des Amalie-Helfrich-Pfades starten. (jpl) Zitiert „Das ist eine Sache der VG, da ist er der falsche Ansprechpartner ...“ Manfred Bühlers launiger Kommentar zu einer Anfrage von Klaus Huter an den Stadtbürgermeister Torsten Bechtel. „Ich habe ja nur gebeten, er soll es seinem Kollegen weitergeben ...“ Huters Replik. „Ich glaube, ich treffe ihn nachher ...“ Kommentar von Bechtel, der zugleich Stadt- und Verbandsbürgermeister ist.