Gönnheim
Hoheitliche Expertinnen gestalten Weinprobe
Ehemalige wie Sarah Krebs und Charlotte Weihl, amtierende wie Sophie Bielmeier und Lea Lechner sowie die zukünftige Weinprinzessin von Gönnheim und Friedelsheim, Sandra Krebs. Die gut dreistündige Weinprobe, die die Bauern- und Winzerschaft veranstaltete, fand zu Ehren von Bielmeier, Weihl und Sarah Krebs statt. Denn im Fall der beiden letzteren Hoheiten hatte die Pandemie eine standesgemäße Verabschiedung verhindert. Der Probenabend wartete mit einem ehrgeizigen Programm auf: Es galt, 15 Weine zu beurteilen – davon neun Weiß- und sechs Rotweine, die überwiegend von den örtlichen Weinbaubetrieben stammten. Die Kerwebuwe und -mädels schenkten die Proben aus.
Gegen den Geräuschpegel
Den im Lauf des Abends üblicherweise steigenden Geräuschpegel hatte die Pfälzische Weinprinzessin Lea Lechner aus Diedesfeld ganz gut im Griff. Sie schaffte es immer wieder, sich die Aufmerksamkeit des Publikums zu sichern. Angesichts des umfangreichen Probenprogramms hielten der Vorsitzende der Bauern- und Winzerschaft, Klaus Weber, sowie die beiden Ortsbürgermeister Wolfram Meinhardt (Gönnheim, FWG) und Peter Fleischer (Friedelsheim, FWG) ihre Reden kurz.
Andere Weinbaugemeinden hätten Schwierigkeiten, Repräsentantinnen für ihren Wein zu finden, sagte die noch amtierende Sophie Bielmeier. Umso erfreuter sei sie, mit Sandra Krebs bereits ihre Nachfolgerin vorstellen zu können, die im Sommer gekrönt werden soll. Sandra Krebs verriet, dass es für sie früh festgestanden habe, dass sie einmal Weinprinzessin werden möchte.
Die künftige Prinzessin mag es am liebsten süß
Und da sie Süßspeisen liebe, bevorzuge sie auch einen eher süßen Wein, erläuterte sie. Die Cousinen Sarah und Sandra Krebs stammen beide aus dem Weingut Werner Krebs in Friedelsheim, das ihre Väter Volker und Werner gemeinsam führen.
Zur Begrüßung durften die Gäste ein Gaudio-Himbeersecco verkosten, bevor sie im Lauf des Abends diverse Rieslinge, Grau-, Weiß- und Spätburgunder, Sauvignon blanc, Scheurebe, Gewürztraminer und ein Rotwein-Cuvée zu probieren bekamen. Um die Weine zu beschreiben, war viel von Pfirsisch-, Aprikosen-, Apfel-, Stachelbeer-, Honig- und Quittenaromen die Rede oder auch von einem nussigen Anklang. „Exoten“ im Sortiment waren ein Cabernet Franc und ein Vernatsch aus Südtirol. Als klassisches Rotweindorf passe Gönnheim als Anbaugebiet für den Cabernet Franc sehr gut, urteilte Weihl. Die Rotweinsorte werde hauptsächlich im Bordeaux angebaut, sei dort allerdings nicht so weit verbreitet wie der bekanntere Cabernet Sauvignon.
Vernatsch aus Südtirol im Gepäck
Den Vernatsch hatte die frühere Hoheit Weihl im Gepäck, da sie gerade von einem Praktikum aus Südtirol zurückgekehrt war. Bei uns sei der „schlanke Rotweintyp“, der in Südtirol gerne gekühlt getrunken werde, als Trollinger bekannt und im Weinbaugebiet Württemberg verbreitet.
Mit dem musikalischen Bekenntnis zur Pfalz, dem Pfalzlied der Kultband Anonyme Giddarischde, verabschiedeten sich die Weinhoheiten am Ende des gelungenen Abends: „Awwer onnerschtwu is onnerscht, und halt net wie in de Palz.“