Blickpunkt Wirtschaft RHEINPFALZ Plus Artikel Hightech-Räder vom Hersteller Superior rollen weltweit

Superior Industries beschäftigt im Gewerbegebiet Bruch etwa 130 Menschen.
Superior Industries beschäftigt im Gewerbegebiet Bruch etwa 130 Menschen.

Wer als Autobesitzer Wert auf hochwertige Räder legt, kennt die Namen: ATS, Rial, Anzio und Alutec. Die Leichtmetallräder des Herstellers Superior Industries rollen weltweit über die Straßen. Die Ideenschmiede liegt im Dürkheimer Gewerbegebiet.

Superior Industries hat 2017 die deutsche Uniwheels-Gruppe übernommen. Uniwheels selbst hatte 2008 ATS gekauft. Die Marke ATS wurde mit den in Fußgönheim gelagerten Alutec- und Rial-Produkten räumlich zusammengelegt. ATS – 1969 in Mannheim gegründet – fertigte ab dem Jahr 1970 Aluminiumräder. Schon 1971 rüstete Porsche seine Fahrzeuge damit serienmäßig aus. Und von 1977 bis in die 1980er-Jahre war ATS mit einem eigenen Team als Rennstall in der Formel 1 aktiv.

Spezialrad für E-Autos

Am Standort Bad Dürkheim ist nun die europäische Holding mit Forschung und Technik, Vertrieb und Marketing sowie Logistik für den gesamten Zubehörbereich von Superior Industries angesiedelt. Superior ist durch den Zusammenschluss mit Uniwheels nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Aluminiumrädern für Pkw mit drei Standorten in Deutschland und einer „Plattform für die Entwicklung neuer Technologien“. Ob für den Rennstall oder den privaten Autoliebhaber: Der Hersteller von Hightech-Rädern ist weltweit im Geschäft, und der Konzern stattete bis 2020 professionelle Motorsport-Rennserien aus.

Das 25. Jubiläum der Marke Alutec nimmt Superior nun zum Anlass, neue Varianten auf den Markt zu bringen, unter anderem auch ein Spezialrad für E-Autos. Die Marke präsentiere mit „Solar“ ein speziell für die Anwendung an Elektroautos gedachtes Modell, informiert das Unternehmen. Generell richte sich die Marke Alutec an ein junges Publikum. Und Ideen dafür entstehen auch in der Kurstadt: Das Herzstück für drei der vier Zubehör-Marken ist der Standort im Gewerbegebiet Bruch auf rund 16.500 Quadratmetern, wo etwa 500.000 Räder gelagert werden können. Gefertigt wird in acht Produktionswerken: im norddeutschen Werdohl, in drei polnischen Werken und an vier Standorten in Mexiko.

In Bad Dürkheim arbeiten derzeit etwa 130 Beschäftigte, im Werk Werdohl über 400. In Sachen Nachwuchs setzt Superior in Bad Dürkheim auf die eigene Ausbildung: „Aktuell haben wir sieben Auszubildende, vier davon als Fachlagerist, zwei Industriekaufleute sowie einen Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung“, sagt ein Sprecher. Zudem übernahm das Unternehmen 2021 fünf Azubis in ein Arbeitsverhältnis. Weltweit beschäftigt Superior laut Pressestelle etwa 7600 Mitarbeiter.

Superior spürt den Chip-Mangel

Aber auch Superior spürt aktuell die Auswirkungen des Chip-Mangels, der die Autoproduktion drosselt: „Unsere Kunden haben seit Juni 2021 deutlich weniger Räder abgenommen als geplant. Wir haben unsere Produktion anpassen müssen, um Kosten zu sparen“, sagt der Sprecher. Für die Zukunft geht Superior davon aus, „dass sich die Halbleiterkrise nächstes Jahr weniger auf unser Geschäft in der Automobilindustrie auswirken wird. Wir rechnen mit einer anziehenden Nachfrage“. Gleiches gelte für das starke Geschäft im Ersatzteilemarkt. Zu den aktuellen Umsatzzahlen machte der Sprecher keine Angaben. Der Geschäftsbericht 2018 wies für die Superior Industries Europe AG Bad Dürkheim einen Jahresumsatz von knapp 10,9 Millionen Euro aus.

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