Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Eckbachtal überrascht Mundenheim im Pokal

Yannick Treiber (links) und Marcel Deege hatten schon bessere Tage im Trikot der VTV Mundenheim erwischt. Der dürftige Auftritt
Yannick Treiber (links) und Marcel Deege hatten schon bessere Tage im Trikot der VTV Mundenheim erwischt. Der dürftige Auftritt am Sonntag bei der HSG Eckbachtal ließ zu wünschen übrig. Der Eckbachtaler Jochen Schloss (Mitte) erzielte sechs Tore. Foto: BOLTE

Handball: Die HSG Eckbachtal sorgt für eine Überraschung. Der abstiegsgefährdete Oberligist wirft die favorisierten VTV Mundenheim mit 31:25 (14:13) aus dem Pokal. Damit steht die HSG im Viertelfinale. Gelingt dem Team der fünfte Finaleinzug in Folge? Das ist aber nicht die Priorität.

Thorsten Koch und Andreas Reckenthäler hatten nach dem Abpfiff Gesprächsbedarf. Deshalb pfiffen beide Trainer ihre Spieler zusammen, um sich vor dem Abgang in die Kabine in einem Kreis zusammenzustellen. Koch lobte den engagierten Einsatz seiner jungen Spieler, wie der von Nisse Nehrdich, Timo Kluczik oder Nicolas Räuber. Sie haben sich eindrucksvoll für den „Überlebenskampf“ ihrer Mannschaft in der Handball-Oberliga empfohlen. „Ich habe den Jungs gesagt, dass sie sich heute zeigen sollen. Das haben sie auch gut gemacht“, lobte Koch. Schon am nächsten Wochenende geht es in der Liga gegen den TV Offenbach um wichtige Punkte.

Andreas Reckenthäler hatte dagegen nichts zu loben. Denn der Coach der VTV Mundenheim war ziemlich angefressen. Seine Mannschaft ließ jegliche Einstellung vermissen, die notwendig gewesen wäre, um als ambitionierter Oberligist dem Gastgeber Paroli zu bieten. „Ich habe den Jungs am Ende nochmals gesagt, dass, wenn man so in ein Spiel geht, man nichts holen kann“, kritisierte Reckenthäler.

Angeschlagene Gäste

Das war in der Tat so. Die VTV, die ersatzgeschwächt angetreten waren, wirkten nach nur einer Trainingseinheit völlig von der Rolle. Erst als der gesundheitlich angeschlagene Yannik Treiber ins Spiel kam, begegneten die Gäste aus Ludwigshafen den Hausherren nahezu auf Augenhöhe. Ohne die Paraden des Kapitäns und Keepers Nico Klein wäre Mundenheim schon in der ersten Halbzeit untergegangen. Es fehlte die Leidenschaft, der letzte Biss, aber auch der letzte Schritt, um den Gegner am Wurf zu hindern. Stattdessen waren einige Akteure mehr mit sich selbst als mit dem Spiel beschäftigt.

Die Ausnahme waren Aaron Schleidweiler und Timo Naas. Sie fanden am Kreis die Lücken zum Tor. „Wir müssen uns schon bei unseren wenigen Zuschauern entschuldigen und haben am Samstag einiges gutzumachen“, sagte Reckenthäler. Er betonte aber auch, dass er die gestrige Partie als Trainingseinheit sehe. „Der Pokal hat für uns keinen Stellenwert. Wir konzentrieren uns auf die Liga.“

Wiedersehen am 1. März

Das ist bei der HSG Eckbachtal ein wenig anders – auch wenn Trainer Koch klar den Fokus auf den Ligaverbleib richtet. Von Beginn an zeigte seine Mannschaft, die ohne Maximilian Schreiber antrat, viel Spielfreude und hatte auch keine Mühe, sich abzusetzen. Dabei profitierten die HSG von den Fehlern der Gäste. Sie nutzte den Schwung und behielte über die gesamte Spielzeit die Oberhand.

Auch weil die VTV Mundenheim meist an ihren eigenen Möglichkeiten scheiterten. Dazu setzte Eckbachtal auf das Tempospiel. Der schönste Treffer des Abends gelang HSG-Torwart Rouven Hahn, der mit einer Parade glänzte und den Ball direkt danach über das gesamte Feld ins leere Tor zum 26:19 warf (51.) – die Entscheidung. Eckbachtal ist damit auf einem guten Weg, wieder ins Pokalfinale einzuziehen – es wäre das fünfte Mal in Folge, dass die HSG im Endspiel stünde.

Am 1. März sehen sich beide Teams wieder. Dann müssen die VTV in der Liga wieder in Dirmstein ran.

So spielten sie

HSG Eckbachtal: Häuselmann (zwei Siebenmeter), Hahn (1) - Nehrdich (9/5), Betz (2), Schloss (6/3) - Kluczik (3), Hörner (2) - Ebel (3) - Räuber (5), Lerzer, Quandt, Dopp.

VTV Mundenheim: Klein, Kunz (zwei Siebenmeter, ab 51.) - Simon Schleidweiler (1), Naas (7), Schmieder (2) - Deege (1), Pönisch - Aaron Schleidweiler (4) - Hopp (2), Treiber (8/3), Rebholz.

Spielfilm: 6:4 (14.), 12:8 (23.), 14:13 (30.), 24:18 (45.), 31:25 (60.) - Zeitstrafen: 4/1 - Siebenmeter: 9/8 - 7/5 - Beste Spieler: Hahn, Nehrdich, Räuber - Aaron Schleidweiler, Klein, Naas – Zuschauer: 150 - Schiedsrichter: Förster/Kesselring (Rodalben/Dansenberg).

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