Bad Dürkheim Halb Klassik, halb Jazz

Placeholder-Image

Klassik-Jazz-Crossover vom Feinsten unter dem Motto „Delikatessen“ erwartet die Zuhörer beim nächsten Konzert der Wachenheimer Serenade am Samstag um 19 Uhr im Alten Kelterhaus des Weinguts Dr. Bürklin-Wolf. Es gastiert dann das Quartett Passo Avanti.

Schon die Besetzung verrät die Richtung, in die es geht: halb klassisches Streichquartett mit Violine und Cello, halb traditionelle Jazz-Combo mit Klarinette und Gitarre. Passo Avanti überschreiten die Trennlinien zwischen beiden Bereichen, verbinden Klassik zu Jazz zu einer neuartigen und virtuosen Symbiose. Alle vier Musiker sind sowohl klassisch als auch als Jazzer ausgebildet. Der führende Kopf des Quartetts, Alexander von Hagke, hat in München und New York Saxofon und Klarinette studiert. Er war Mitglied des Bundesjazzorchesters, musiziert in diversen Formationen aus dem Jazz-Bereich, aber auch solistisch mit bekannten Jazzgrößen, konzertiert mit eigenen Ensembles, aber auch etwa mit den Münchnern Philharmonikern. Damit ist er für ein solch stilverbindendes Projekt geradezu prädestiniert. Er ist auf großen Festivals in Europa und den USA zu erleben. Zudem hat er noch Mathematik studiert und war als Unternehmensberater tätig. 2011 bekam er den Bayrischen Kunstförderpreis. Der Geiger Sergej Didorenko hat am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium studiert, wirkte als Solist von Moskauer Kammerorchestern und als Konzertmeister des Moskauer Filmorchesters. Nach seiner Ausreise nach Deutschland absolvierte er noch eine Ausbildung im Fach Jazz-Violine am Richard-Strauß-Konservatorium in München. Dort hat auch der Gitarrist Alex Jung sein Studium mit Auszeichnung abgeschlossen. Wie Alexander von Hagke hat auch er einige eigene CDs veröffentlicht. Er nennt Jazz-Gitarristen wie Jim Hall und Kenny Burrell als Vorbilder. Jung lehrt an der Münchener Musikhochschule. Auch der aus der Ukraine stammende Cellist Eugen Bazijan hat nach dem Besuch der Musikfachakademie in seiner Heimat im Anschluss an seine Ausreise nach Deutschland ein gründliches Cello-Studium am Richard Strauss-Konservatorium absolviert. Er hat sich, nicht eben üblich für Cellisten, neben der klassischen Musik intensiv mit Jazz beschäftigt und ist als Komponist in Theater- und Filmprojekten aktiv. Alles hochkompetente und virtuose Musiker also, die sich mühelos zwischen den Genres bewegen. Typisch für Passo Avanti ist, dass sie weder einfach klassische Stücke mit Jazz-Rhythmen unterlegen, noch als anderes Extrem die Melodien nur kurz anspielen und dann wild und lange darüber losimprovisieren. Hier werden vielmehr die klassischen Melodien vorgestellt und dann sachte, aber nachdrücklich ins Jazz-Idiom überführt, aber so, dass das Grundmuster immer erkennbar bleibt. Ein ständiges Verweben beider Stile ist das Ergebnis, wobei das jeweils Beste erhalten bleibt: die Prägnanz der klassischen Tonfolgen und der swingende Rhythmus des Jazz. Improvisation ist ein wichtiges Element. Dabei werden etwa Werke wie Verdis „La Donna è mobile“, Bachs „Air“ oder der 5. Ungarische Tanz von Brahms verarbeitet. Nicht nur auf Konzerten, auch bei den diversen Kultursendern in Deutschland ist das Quartett zu hören. Die Zuhörer dürfen sich also auf ein originelles, abwechslungsreiches und mitreißendes Konzert freuen. (een)

x