Bad Dürkheim Glühwein zum Osterei

Wintereinbruch verhindert Frühlingsgefühle.
Wintereinbruch verhindert Frühlingsgefühle.

Schneeflocken statt Frühlingslüftchen: „Das ist eher ein Schneeglöckchenmarkt als ein Osterglockenmarkt“: Diesen Satz konnte man gestern von so manchem Besucher hören. Denn zum Osterglockenmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag fiel Schnee. So fehlten Betreiber und Besucher. Von den 70 Ständen, die sich zum Frühlingsauftakt der hiesigen Geschäftswelt angemeldet hatten, war nur etwa die Hälfte gekommen.

In der Stadt waren auch zwei Osterhasen unterwegs: Der zwölfjährige Malte Michler und der dreizehnjährige William Benns verschenkten bunte Ostereier. Im Hasenkostüm und mit Korb in der Hand liefen sie im Auftrag des Gewerbevereins durch die Innenstadt. Tine Michler, die Vorsitzende des Gewerbevereins, war im Haus des guten Weines im Einsatz. „Drinnen ging es, weil es warm war“, bilanzierte sie, aber die Marktstände hätten große Probleme gehabt. Dass weitaus weniger Standbetreiber beim Markt waren. „Das lag nicht daran, dass sie nicht kommen wollten. Die hatten Probleme bei der Anfahrt“, so Ursula Rautenberg, die als Beisitzerin des Gewerbevereins den Osterglockenmarkt organisiert hatte. Einige Standbetreiber aus der französischen Nachbarschaft, waren schon in den frühen Morgenstunden aufgebrochen, als das Schneechaos noch nicht gewütet hatte. Einer von ihnen ist Gabriel Frumholtz. Stolz zeigt er seinen Latwerge und seine eingelegten Mirabellen, die er verkauft. Wegen des Wetters daheim zu bleiben, würde ihm im Leben nicht einfallen, sagte er. „Bei uns hat es auch geschneit“, so der Lothringer. „Du musst nur die richtigen Autoreifen haben, dann kommst du überall hin“, sagt Frumholtz. Kreativ mit dem plötzlichen Schneefall umgegangen ist auch die Junge Union. Die Jungpolitiker haben spontan Glühwein verkauft. Auch an einigen anderen Ständen gab es das Heißgetränk. Und der ging gut, wie Bastian Busch von der Jungen Union verriet. Nachmittags waren bereits drei Kisten Glühwein verkauft – und nur drei Flaschen Riesling. „Hätte es geregnet, wäre weniger los“, so Busch. Ruth Fischer, die Blumen und Deko verkauft, bekam das Winterwetter richtig zu spüren. „Man sieht mehr Leute mit Essen in der Hand“, fiel ihr auf. Aber es wundere sie, dass überhaupt so viele Leute unterwegs seien, sagte sie. Auch bei Gisela Bannat-Simsek, die selbst gestrickte Mützen, Strümpfe und Schals herstellt, war gestern nicht viel los. „So schlecht war es noch nie“, lautete ihre Zwischenbilanz gegen Nachmittag. Die Mützen gegen die Kälte hatten die Leute offenbar schon von zuhause mitgebracht. Länger waren die Schlangen vor allem an Ständen, die warme Speisen und Getränke verkauft haben. Und in den Geschäften war einiges los, die wegen des verkaufsoffenen Sonntages geöffnet hatten. Österlich war es auch da: In der Bäckerei Otto Schall hatten die Verkäufer Hasenohren aufgesetzt. Das Wetter passte nicht so ganz zum Osterglockenmarkt, die Dürkheimer machten jedoch das Beste daraus.

Der Kälte getrotzt: eingetopfte Osterglocken ...
Der Kälte getrotzt: eingetopfte Osterglocken ...
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