Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Gisela Gall und die drastische Ausdruckskraft des Pfälzischen

„Alla dann“, ruft Autorin Gisela Gall ihren Lesern zu.
»Alla dann«, ruft Autorin Gisela Gall ihren Lesern zu.

Die in Bad Dürkheim lebende Mundartdichterin Gisela Gall hat einen Lyrikband mit Gedichten in Pfälzisch veröffentlicht. Das Büchlein, das auch bei Wettbewerben prämierte Texte enthält, soll ein Abschiedsgeschenk an Mundartfreunde sein.

Einen neuen Gedichtband hat die in Bad Dürkheim wohnende Mundartdichterin Gisela Gall vorgelegt. Das Buch heißt „alla dann – Gereimdes un Uugereimdes in Pfälzer Mundart“. Es ist das dritte Buch der Dürkheimerin. „Fer e paar Stunn hell in de Sunn“, das erste Buch, erschien 1998. „Un ausgerechnet ich debei“ erschien 2007.

Die Autorin Gisela Gall ist 1940 in Speyer geboren und lebt inzwischen in Bad Dürkheim. Seit vielen Jahren ist Gall mit ihren Texten in Pfälzer Mundart und auf Hochdeutsch in der regionalen Literaturszene unterwegs. Ihre Texte wurden bei Pfälzer Mundartwettbewerben vielfach ausgezeichnet.

Wie der Titel schon andeutet, soll „alla dann“ ihr letztes von insgesamt drei Lyrikbändchen sein, ein Abschiedsgeschenk an alle Mundartfreunde, schreibt sie in ihrem Vorwort. Die Textauswahl des neuen Bändchens enthalte einige Gedichte, die bei Mundartwettbewerben in Bockenheim und Dannstadt ausgezeichnet wurden, schreibt Gall weiter.

Sie versuche in ihren Geschichten Worte zu finden für die Schönheiten, Freuden und Genüsse, aber auch die Mühseligkeiten, Härten und Grausamkeiten des Lebens. Dabei thematisiere sie auch das „fatale Verhältnis zwischen Mensch und Natur“. Die Mundart mit ihrer drastischen Ausdruckskraft eigne sich dafür besonders gut, meint Gall.

In die Kategorie Schönheiten gehört beispielsweise das Gedicht „Summerdrääm“. Wer hätte bei den Worten „uff de blodde Haut Sunnewärm spiere, barfuß durch muschelhellen Sand waade, noch Herzensluscht Himbeereis schlutze...“ nicht den letzten Urlaub am Meer vor Augen, den man sich besonders in der jetzigen Zeit mit ihren eingeschränkten Möglichkeiten besonders gerne in Erinnerung ruft.

In dem Gedicht „Lääwe“ beschreibt Gisela Gall in kurzen eindrücklichen Versen, was „Lääwe is“: „Uffkreize ausem Nix, fer e paar Jäährle“ und „Äärwet nix wie Äärwet“ und „gäwwe un nämme vun allem.“

Dem ernsten Thema des religiös motivierten Terrorismus wendet sich die Autorin mit „gfalle die Tirm“ zu. Das Verhältnis Mensch und Natur wird in „Ach Mensch“ angesprochen. „Ach Mensch, was bischde fer en Dussel, machscht de Planet.... ratzfatz kaputt.“

Dem Kurpark mitsamt Isenach hat sie in dem Gedicht „Deerkem“ ein Denkmal gesetzt „e Bächel gluckst im Kurpark, es is e wahrie Luscht.“ Mit einem Loblied auf die Vielseitigkeit des pfälzischen „Alla“ schließt der Gedichtband.

Lesezeichen

„alla dann – Gereimdes un Uugereimdes in Pfälzer Mundart“ von Gisela Gall, 85 Seiten, ist im Wellhöfer Verlag Mannheim erschienen, E-Mail: info@wellhoefer-verlag.de, ISBN 978-3-95428-281-4

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