Wachenheim Gesicht(et): Das W im Wappen

Steinerner Löwe über dem Wachenheimer Marktbrunnen, im Hintergrund die Kirche St. Georg.
Steinerner Löwe über dem Wachenheimer Marktbrunnen, im Hintergrund die Kirche St. Georg.

Hoch über dem Brunnenbecken auf dem Wachenheimer Marktplatz sitzt ein steinerner Löwe. Der heutige Zierbrunnen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts hat mehrere Vorgänger. Über Jahrhunderte stand auf dem Marktplatz der bedeutendste Brunnen für die Wachenheimer. Gespeist wurde er aus den Quellen in der „Gewanne Riethbronnen“, wie es in einem Schriftstück von 1838 heißt. Nach dem Heimatforscher Fritz Wendel (1893 bis 1967) gab es schon früher eine Löwenfigur, die jedoch 1794 von den französischen Revolutionstruppen zerstört wurde. Von Bildhauer Otto Rumpf (1902 bis 1984) stammt das heutige Bildwerk aus rotem Sandstein. Das Gesicht der Raubkatze ist zur Seite gewandt, dabei hat sie das Maul geöffnet, sodass die langen und spitzen Zähne sichtbar werden. Mit Locken umwallt eine Mähne den massigen Kopf. Mit der rechten Vorderpranke hält der Löwe das hoheitliche Wappen von Wachenheim. Im oberen Drittel des Wappenschilds, in der Wappenkunde „Schildhaupt“ genannt, steht der Großbuchstabe W. Darunter ist die Schildfläche vierfach geteilt. Zwei Felder zeigen einen schreitend aufgerichteten Löwen mit Krone, die zwei anderen Felder stellen die Wittelsbacher Rauten dar. Das kurpfälzische Löwen-Rauten-Wappen findet sich seit dem 14. Jahrhundert im Wachenheimer Stadtsiegel.lad

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