Bad Dürkheim
„Geschichte erleben“: Konfirmanden gedenken der Reichspogromnacht
In der Schlosskirche begann am Freitagabend das Gedenken an die Reichspogromnacht. Rund 30 Konfirmandinnen und Konfirmanden aus Bad Dürkheim und Umgebung nahmen an der Veranstaltung der Evangelischen Jugendzentrale Bad Dürkheim in Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde teil. Unter dem Motto „Geschichte erleben“ beschäftigten sich die Jugendlichen mit den Ereignissen des 9. November 1938 und deren Folgen für ihre Heimatstadt.
Nach einer kurzen Einführung in der Kirche machten sich die Jugendlichen in drei Gruppen auf den Weg zu verschiedenen Stationen in der Innenstadt. Eine Gruppe begleitete Jasmin Forster von der Jugendzentrale zur ehemaligen Synagoge. Dort erzählte sie vom jüdischen Leben in Bad Dürkheim vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten und erklärte, welche Rolle eine Synagoge für die jüdische Gemeinde spielte. Die beiden anderen Gruppen waren am Haus Heller und am Obermarkt, wo ebenfalls Aspekte jüdischen Lebens und der Ereignisse von 1938 thematisiert wurden.
„Die Geschichte darf nicht vergessen werden, damit sie sich nicht wiederholt“, betonte Forster. „Wir haben die Möglichkeit, Jugendliche zu erreichen, und nutzen diese Chance, um an die Verbrechen von damals zu erinnern.“ Viele der Teilnehmenden hätten das Thema bereits in der Schule behandelt, erzählte sie, „aber kaum jemand wusste, wie nah uns diese Geschichte hier in Bad Dürkheim wirklich ist.“
Lukas, Siebtklässler aus Bad Dürkheim, wusste zwar, dass es in seiner Stadt früher eine Synagoge gab, aber nicht, wo genau sie stand. „Ich beschäftige mich mit dem Thema, weil ich nicht möchte, dass so etwas wieder passiert“, sagte er nachdenklich.
Pfarrer Frank Biebinger unterstrich die Bedeutung der Aktion: „In unserer Zeit versuchen rechte Kräfte wieder, Menschen auszugrenzen. Wir als Kirchengemeinde wollen dem entgegentreten.“
Das Pogromgedenken ist Teil der Konfirmandenarbeit. Mit der Aktion möchte die Kirche jungen Menschen zeigen, dass Erinnerung nicht nur in Geschichtsbüchern stattfindet, sondern mitten in ihrer Stadt Spuren hinterlassen hat.