Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Generationenwechsel bei Wolf Bauelemente

Generationswechsel bei Wolf Bauelemente: Johannes Wolf (links) hat zum 1. April die Geschäftsführung des Unternehmens von Vater
Generationswechsel bei Wolf Bauelemente: Johannes Wolf (links) hat zum 1. April die Geschäftsführung des Unternehmens von Vater Gerhard übernommen.

Wechsel in der Geschäftsführung bei Wolf Bauelemente. Nach 35 Jahren ist Gründer Gerhard Wolf zum 1. April aus dieser ausgeschieden. Sein Nachfolger ist Sohn Johannes.

Johannes Wolf ist im Unternehmen groß geworden, doch ausgemacht war die Übernahme des elterlichen Betriebs nicht. „Wir hätten auch verkaufen oder einfach den Schlüssel rumdrehen können“, macht Christiane Wolf deutlich, dass sich verschiedene Optionen geboten hätten. Letztere habe man allerdings nicht gewollt. „Wir haben eine Verantwortung“, sagt die geschäftsführende Gesellschafterin mit Blick auf die Angestellten. Wolf Bauelemente ist zwar noch immer ein Familienunternehmen, seit der Gründung des Einzelunternehmens 1990 hat sich personell jedoch viel getan. Ab 1. Juli werden drei Bürokräfte, eine Monteurin und acht Monteure zum Team gehören.

Auf ihre Mitarbeiter legt die Familie einen besonderen Blick. „Unsere Monteure sind unser Aushängeschild“, sagt Johannes Wolf. Vater Gerhard fügt an, dass Unternehmenserfolg und Mitarbeiterzufriedenheit zusammenhingen. Gleichzeitig sind Fachkräfte und Nachwuchs im Handwerk rar. Die Wolfs begegnen dem mit Benefits wie an die Mitarbeiterbedürfnisse angepasste Arbeitszeitmodelle. Nach den Worten der Familie, geht das Konzept auf. „Bis auf zwei Mitarbeiter sind alle, die bei uns angefangen haben, geblieben“, sagt Sohn Johannes nicht ohne Stolz.

90 bis 95 Prozent Privatkunden

Verändert hat sich auch das Geschäftsfeld. Früher habe er hauptsächlich mit Generalunternehmern auf Baustellen gearbeitet, erzählt Gerhard Wolf. „Heute machen wir 90 bis 95 Prozent der Aufträge im Privatkundenbereich.“ Dem Geschäft schadet das nicht. Durchschnittlich steht laut Christiane Wolf ein Unternehmensumsatz von 1,2 Millionen Euro in den Büchern.

Die Zuwendung zu Privatkunden, die Treue zu Lieferanten – beides bleibe nach dem Generationenwechsel unangetastet, versichert Sohn Johannes. „Wir werden nicht das ganze Geschäft auf links krempeln“, sagt der neue Geschäftsführer. Ihm sei bei der Übernahme allerdings wichtig gewesen, dass er Dinge verändern dürfe. Er verweist auf mehr Digitalisierung im Geschäftsbetrieb und mehr Content auf den Social Media-Kanälen des Unternehmens. Das Know-how dafür verdankt Johannes Wolf seinem berufsbegleitenden Studium. Der ausgebildete Tischler besuchte statt Meisterschule die Uni Karlsruhe, hat dort Unternehmertum studiert und seit 2020 seinen Bachelor in der Tasche. Der hat ihm eine gründliche Vorbereitung auf die Geschäftsführungstätigkeit vermittelt, die sich zumeist fern von Baustellen- und Monteurtätigkeit abspielt.

Anpassung an klimatische Bedingungen

„Ich sitze hauptsächlich am Schreibtisch“, sagt er. Dieser Schreibtisch befindet sich – wie auch Büro, Ausstellungsraum und Lager – seit 1997 am Unternehmenssitz im Wachenheimer Gewerbegebiet. Verlassen hat Johannes Wolf ihn nach dem Studium nochmals, um im Einkauf des Bauhaus-Konzerns Erfahrungen außerhalb des Familienbetriebs zu sammeln. Am 1. Januar 2025, nachdem 2024 die Entscheidung zur Geschäftsübernahme gefallen war, ist er endgültig in den Familienbetrieb zurückgekehrt. „Es ist wie Fahrradfahren“, grinst Johannes Wolf. Sprich: Eine Eingewöhnung hat er nicht gebraucht.

Wenngleich er nur noch sehr selten auf Baustellen anzutreffen ist, weiß der neue Geschäftsführer doch genau, was Kunden heute wünschen. Gibt es Trends? Ja, sagt er. Farblich ist bei Fenstern derzeit die Farbe Anthrazit gefragt. Auch Naturmaterialien wie Eiche erfreuten sich großer Beliebtheit, ergänzt Vater Gerhard. Zudem achteten Hausbesitzer auf Kühlung und Beschattung aufgrund der veränderten klimatischen Bedingungen. Dabei werde das Thema Smart Home verstärkt nachgefragt, sagt Christiane Wolf.

Sie ist weiterhin voll im Unternehmen tätig. Als Tandem wollen sie und Sohn Johannes den seit 1995 als GmbH eingetragenen Betrieb in der nächsten Zeit weiterführen. Gerhard Wolf bleibt dessen Gesellschafter, genießt aber zugleich die neue Freiheit. Er sei jüngst einige Wochen in Schweden gewesen, erzählt er. „Und es gibt auch Enkelkinder, die einen fordern.“ Als Ratgeber stehe er weiter zur Verfügung, aber in das Unternehmen zurück wolle er nicht. „Denn“, so sagt Gerhard Wolf, „mir fehlt nichts“.

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