Wachenheim
Gedenken für Wachenheimer Juden
Auf dem Schulhof der Integrierten Gesamtschule (IGS) Wachenheim wurden in einem aufgemalten Labyrinth Teelichter in Papiertüten platziert, die mit den Namen „Sarah“ und „Israel“ beschriftet waren. Nach einer Verordnung des Nazi-Regimes mussten alle Juden damals, deren Namen nicht als „typisch jüdisch“ erkennbar waren, als zweiten Vornamen „Sarah“ oder „Israel“ annehmen. Die hinter den Lichtern positionierten Schüler nannten ihren eigentlichen Namen, um dann darauf hinzuweisen, dass sie zur damaligen Zeit fortan mit „Sarah“ oder „Israel“ gerufen werden mussten.
Innehalten für Wachenheimer Juden
Der Sechstklässler Nils, der mit anderen Schülern im Unterricht von Lehrerin Tonja Hager über die Zeit vor 85 Jahren informiert wurde, fand die Zeit „ganz schlimm“ und hofft, dass sich so etwas nie wiederholen werde. Seine Klassenkameradinnen Amalia und Marlene ergänzten, dass es „ganz krass gewesen sein muss, den eigenen Namen mehr oder weniger aufzugeben“. Zum Abschluss der Veranstaltung, die von einfühlsamen Klängen des Gitarristen Alexander Lützke begleitet wurde, konnten die Besucher durch das Labyrinth schreiten und vor den Namen von sieben Wachenheimer Juden, die auf Papptafeln aufgeschrieben waren, innehalten und ihrer gedenken.
Alle sieben Juden wurden am 20. Oktober 1940 in das Lager nach Gurs in Frankreich deportiert. Wer nicht bereits dort starb, wurde in die Vernichtungslager gebracht. Die Veranstaltung in Wachenheim verlief friedlich und wurde nicht gestört. Die anwesenden Polizisten mussten nicht eingreifen.