Bad Dürkheim
Gönnheim feiert mit Ginno und Nubbeglas ins Jubiläum
Im Jahr 771 wurde die Gemeinde als „Ginnenheim“ im Lorscher Codex erstmals namentlich erwähnt und gleichzeitig die Tradition des Gönnheimer Weinbaus belegt. Wegen der Pandemie wird nicht 2021, sondern erst 2022 gefeiert – unter dem Motto „1250 + 1“. Doch schon jetzt gibt es einen Begleiter: Samt Gewand, Tasche, Streitaxt, Kurzschwert und stets einem Nubbeglas mit Wein in der Hand, stellt „Ginno“, als ritterartige Figur fränkischen Ursprungs, das neue Maskottchen Gönnheims dar.
Seinen Namen verdankt er dem damaligen „Ginnenheim“, wo er als Sippenoberhaupt einst die fränkische Siedlung verteidigte. Heutzutage wird Ginno als lebendige Figur mit einem extra angefertigten Gewand Gästeführungen durch Gönnheim anbieten und ist gleichzeitig in die Kunst der Gemeinde eingebunden. Der Künstler Frank Cmuchal, der bereits auf dem WineStreetArt-Festival im Ort sein Können zeigte, hat den Charakter mit kräftigen Aquarellfarben als comic-ähnliche Figur kreiert.
„Ich habe Ginno aus einem groben und eher rudimentären Vorentwurf heroisch gemalt und in Szene gesetzt und ihn zusätzlich in einer Rundum-Ansicht gezeichnet“, verrät der 45-jährige Künstler, der ursprünglich aus München kommt und neben Character-Design auch Wandbemalungen, klassische Malerei oder Storyboards für Werbezwecke oder Filme gestaltet. „Ich mache alles, was mit Farbe zu tun hat“, sagt Cmuchal, der auch Graffiti-Schnupperkurse gibt.
Mit dem Nubbeglas auf den Spuren der Römer
Fortan wird Ginno nicht nur auf Flyern oder Plakaten, sondern auch lebensecht bei Führungen oder spätestens im Festjahr 2022 zu erleben sein. Die originale Zeichnung des Ginno wird während einer der Gönnheimer Artbombing-Veranstaltungen versteckt. Jeden Monat werden über die sozialen Medien Fotos von Kunstwerken veröffentlicht, die einen Anhaltspunkt darüber geben, wo die Bilder im Ort versteckt sein können. Wann genau die originale Zeichnung des Ginno zu finden sein wird, verrät Heike Ditrich, Projektleiterin des WineStreetArt-Festivals, der Wein- und Kulturtage und der Gönnheimer Kerwe, nicht. Die Gönnheimer Geschichte reicht aber weiter als die verbrieften 1249 Jahre zurück: Auf den Spuren der alten Römer stieß vor 19 Jahren eine Gruppe Archäologen bei Grabarbeiten im Neubaugebiet auf einige interessante Funde. Sarkophage aus Sandstein der Haardt symbolisieren jetzt die damals 27 geborgenen Gräber und geben einen Einblick in die römische Kultur.
Es werden 125 Gläser gefertigt
Neben römischen Münzen und Schmuckgegenständen wurden kunstvolle Gläser entdeckt, darunter das besondere „Nubbeglas“, welches im Speyerer Landesamt für Denkmalpflege sorgsam aufbewahrt wird. Wer Wein aus der Alternative zum Pfälzer Dubbeglas probieren möchte, kann eines von 125 handgefertigten Nachbildungen des römischen Trinkgefäßes erwerben, das sich besonders durch seine runde Form und die farbigen Noppen auszeichnet. Dass genau 125 Gläser nachgefertigt werden, liegt an dem Jubiläum „1250 Jahre Gönnheim“. Über 80 Nubbegläser sind bei Bürgermeister Wolfram Meinhardt (FWG) bereits vorbestellt. Wer eins reservieren möchte, sollte nicht bis zum Jubiläum 2022 warten.