Fußball
FV Freinsheim gewinnt in Rülzheim nach 0:2-Rückstand
„Ich habe nach den vergangenen Partien nicht gedacht, dass wir zu Beginn so viele Probleme haben würden. Wir waren gedanklich nicht so bei der Sache wie zuletzt gegen den LSC“, sagt der Freinsheimer Trainer Christian Schäfer. Das Schlusslicht nutzte seine erste Chance gleich zum Führungstor, als der FVF zweimal nicht konsequent genug klärte und die Südpfälzer den Abpraller verwerteten (2.). Die Chance zum Ausgleich ließ Jonas Schäfer aus, der mit einem an Mark Podgorsek verursachten Foulelfmeter am Rülzheimer Torhüter scheiterte (13.). Doch es kam noch schlimmer, denn die Einheimischen erhöhten auf 2:0 (22.). „Da haben wir es dem Gegner viel zu leicht gemacht, statt bissig zu sein“, bemängelt der Coach.
Doch allmählich begann die Begegnung sich zu drehen. Freinsheim wurde zielstrebiger, durchschlagskräftiger, bekam mehr Spielanteile und war jetzt vor des Gegners Tor gefährlicher. Zunächst lief der gut in Szene gesetzte Jonas Schäfer von der Mittellinie allein auf den Kasten der Gastgeber zu und markierte den Anschlusstreffer (40.). Der FVF setzte nach und schaffte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch den Ausgleich (45.+1). Dieses Mal nach einer Einzelaktion von Jonas Schäfer, der den Raum in der Zentrale gut nutzte und sein Dribbling mit dem 2:2 abschloss.
„Wir haben uns in der Pause vorgenommen, schneller zu kombinieren und mit weniger Kontakten zu spielen, um dadurch mehr Tempo in unsere Aktionen zu bekommen“, erklärt Schäfer die Marschroute für die zweiten Halbzeit. Über die Außen sollte die Deckung der Rülzheimer attackiert werden und die Abschlussaktionen sollten genauer erfolgen. Bei alledem galt es jedoch eines zu beachten. „Wachsam bleiben und eine Konterabsicherung zu haben“, verdeutlicht der Übungsleiter. Daran hat sich das Team weitgehend gehalten und so den kompletten Umschwung zum Auswärtssieg vollzogen.
Sieben Minuten nach Wiederbeginn gelang Innenverteidiger Christoph Boller nach einem Freistoß des genesenen Marcel Kaltenbach das 3:2 für den FVF, der jetzt die Partie klar bestimmte. Einmal klärte der Tabellenletzte einen Ball auf der Linie, dann zögerte Hannes Weibel einen Moment zu lange und schließlich hatte auch der eingewechselte Sebastian Schmidt eine gute Chance. Das 4:2 fiel aber doch noch, als Peter Diehl einen Eckball von Kaltenbach ins Netz köpfte (76.). Es war das erste Saisontor des Abwehrspielers und sorgte für Beruhigung. Jetzt sollte eigentlich nichts mehr anbrennen können.
Doch dieses Gefühl der Sicherheit hielt nur vier Minuten, dann war Rülzheim aus heiterem Himmel mit dem 3:4 plötzlich wieder dran. Die Gäste brachten den knappen Vorsprung aber über die Runden. „Es war kein einfaches Spiel. Wir hätten uns viel ersparen können, wenn wir etwas fokussierter gewesen wären“, erkannte Schäfer. Groß ins Gericht gehen wollte er mit seiner Mannschaft aber nicht, weil es in dieser Begegnung nicht um fußballerische Ansätze gegangen sei, sondern um das Ergebnis. Und das hat gestimmt.