Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Frischer Wind im Oppauer Haus

Das Naturfreundehaus Oppauer Haus in Wachenheim bietet eine abwechslungsreiche Speisekarte.
Das Naturfreundehaus Oppauer Haus in Wachenheim bietet eine abwechslungsreiche Speisekarte.

Hütten in der Region: Seit fast 100 Jahren ist das Oppauer Haus ein beliebtes Ausflugsziel bei Wanderern. Das 1929 gebaute Naturfreundehaus liegt idyllisch in der Ferienregion auf 280 Metern Höhe im Pfälzerwald.

Eine vertraut wirkende Gemütlichkeit empfängt den Gast beim Betreten der Räumlichkeiten, die aus einem Hauptraum mit 60 Plätzen sowie zwei Nebenzimmern mit 30 und 20 Sitzgelegenheiten bestehen. Hübsche Vorhänge und nett arrangierte Dekoartikel sorgen für ein entspanntes Ambiente. Die Familie Hensel hat seit der Übernahme des Hauses geschickt und engagiert Hand angelegt – innen und außen.

Allerdings verlief der Start etwas unglücklich. „Wir hatten zuvor schon eine Hütte bewirtschaftet und sind im Oktober 2019 hierher gewechselt“, berichtet Joachim Hensel. Kurz darauf kam die Corona-Pandemie und das Oppauer Haus musste wie viele andere Gastronomiebetriebe lange schließen. 2023 hatte man endlich wieder zwölf Monate offen, dann wurde ab November die Bundesstraße von Wachenheim nach Lambrecht saniert und bis weit ins Jahr 2024 teilweise für den Verkehr gesperrt. Dazu waren noch zeitweise Wanderwege wegen Baumfällungen nicht zugänglich. Was erneut monetäre Verluste für die Familie Hensel bedeutete. Zu allem Überfluss war man ab Ende 2023 noch monatelang von Telefon und Internet abgeschnitten.

Aufgeben war keine Option

Doch man gab nicht auf, sehr zur Freude von Wanderern. Schließlich führen mehrere gut ausgeschilderte Waldwege zum Oppauer Haus. Unter anderem von Bad Dürkheim über den Ebersberg oder von Wachenheim über die Wachtenburg. Von Deidesheim gibt es ebenfalls Strecken zum Naturfreundehaus, zum Beispiel über den Eckkopf. „Wir haben die Zeit, in der wir blockiert waren, auch genutzt, einige Veränderungen anzugehen“, erzählt Joachim Hensel. So wurde etwa der Außenbereich auf Vordermann gebracht.

„Da ist viel Herzblut in die Neuerungen geflossen“, sagt Sabine Hensel. Auch finanziell hat das Ehepaar einiges investiert. Im Außenbereich gibt es Verkaufsstände, eine Flammkuchenecke, kleine Zelt-Pavillons oder auch einen Lounge-Platz. Dazu verströmt eine Grillecke appetitanregende Düfte. Das alles atmosphärisch eingebettet in naturnahes Ambiente mit Rosen, die ab Juni blühen, Oleanderbüsche mit üppiger Blütenpracht und saftig grüne Farne.

Modifiziert wurde die Speisekarte. „Nach wie vor ist für jeden etwas dabei, aber wir haben auch in der Küche frischen Wind hereingebracht“, teilt Sabine Hensel mit. Zwar dominieren pfälzische Spezialitäten, aber diese wurden mit einigen raffinierten Gerichten ergänzt. „So gibt es bei uns Angebote für Vegetarier, derzeit etwa Ravioli mit Kürbissoße“, sagt sie. Diese Schlemmerei stellt Sabine Hensel selbst her, wie so manche andere, beispielsweise die pfannenfrischen Dampfnudeln, deren Teig sie selbst knetet. Diese gibt es immer samstags nach Omas Rezept, mit hausgemachter Kartoffelsuppe und wahlweise Wein- oder Vanillesoße.

Neben Wein auch Bier auf der Getränkekarte

Die dreierlei Flammkuchen sind selbstredend von der Chefin handbelegt. Natürlich stehen auch Bratwurst, Leberknödel und Saumagen auf der Karte, ebenso Schnitzel oder Rumpsteak, Salate und andere kalte Speisen. Daneben gibt es neben vielen regionalen noch saisonale Spezialitäten: An Karfreitag gibt es Forelle und Zander und auch dem Spargel wird entsprechend Rechnung getragen.

Die Getränkekarte lässt ebenfalls keine Wünsche offen, denn von (Mineral-)Wasser bis Wein steht ein breites Angebot zur Verfügung. Die Weine, die fast ausschließlich von den Wachtenburg Winzern stammen umfassen vom Riesling über Gewürztraminer bis zum Chardonnay und Grauburgunder eine vielfältige Palette. Bei den Roten kann man sich etwa Spätburgunder oder Schwarzriesling munden lassen.

Die gute Nachricht für Bierfreunde: Es gibt Gerstensaft aus der König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg – vier Biere von Fass, darunter Weißbier hell und dunkel und ein alkoholfreies. Zudem offeriert das Oppauer Haus noch ein ganz spezielles Bierschmankerl: ein „Pater Linus“ aus Belgien, das etwas stärker und voll bekömmlich daherkommt.

Buchbar für private Feiern

Das „Gute-Laune-Feeling“ wird abgerundet durch mehrere Veranstaltungen im Freien. So haben schon die „Anonyme Giddarischde“ vergangenes Jahr beim Sommerfest für Stimmung gesorgt, und beim Oktoberfest ließen es dieses Jahr die „XXL Steirer“ und „s’ Blech“ bei Obazda, Weißwurst und Brezel ordentlich krachen. Kinder können auf dem angegliederten Spielplatz herumtollen. Unterstützung bekommen die Hensels von zwei Küchenhilfen, einer Spül- und einer Thekenkraft, öfters helfen auch Tochter und Sohn aus.

Das Oppauer Haus bietet nicht zuletzt Möglichkeiten für Familienfeiern, Seminare oder Tagungen. Und es gibt wie bei vielen Naturfreundehäusern Unterkunftsangebote mit Zwei-, Drei- und Vierbettzimmern, alle mit Dusche und WC, wahlweise mit Frühstück, Halb- oder Vollpension. Ein Parkplatz steht ganz nahe bei der Hütte zur Verfügung.

Info

Geöffnet ist das Oppauer Haus, Pferchtal 1 in Wachenheim, bis März 2025 mittwochs und freitags von 11.30 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Vom 4. bis 21. November ist wegen Betriebsferien geschlossen. Kontakt: 06322 1288, info@oppauerhaus.de. Aktuelle Infos gibt es im Internet: www.oppauerhaus.de.

Zur Serie

Sie sind Auftankstationen für Körper und Geist: die Hütten im Pfälzerwald. In unserer Serie stellen wir vor, was müde Wanderer in den Hütten erwartet und natürlich, welche Menschen dahinter stecken.

Sabine und Joachim Hensel betreiben das 1929 gebaute Oppauer Haus in Wachenheim.
Sabine und Joachim Hensel betreiben das 1929 gebaute Oppauer Haus in Wachenheim.
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