Freinsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Freinsheim wird zur Bühne für Pfälzer Spitzenweine

 Der Von-Busch-Hof bot die Kulisse für die Weinpräsentation des Forums Pfalz.
Der Von-Busch-Hof bot die Kulisse für die Weinpräsentation des Forums Pfalz.

Über 200 Weine und Sekte im Fokus – das Forum Pfalz in Freinsheim rückt den Chardonnay ins Rampenlicht.

Mehr als 200 Weine und Sekte präsentieren die Winzer des Forums Pfalz bei ihrer Präsentation in Freinsheim. Beim Forum Pfalz, 1991 noch als Barrique Forum gegründet, liegt der Schwerpunkt nicht mehr nur bei den Rotweinen, auch weißen Rebsorten hat sich das Forum Pfalz geöffnet. Aushängeschild sind dabei die Großen Weine, für die strenge Qualitätskriterien gelten: Ertragsregulierung, Handlese und eine Beschränkung auf die Rebsorten Riesling, Weißburgunder, Chardonnay, Spätburgunder und Syrah sowie Cuvées sind Pflicht.

„Wir sind erst seit diesem Frühjahr Mitglied“, erklärte Jürgen Zimmermann vom gleichnamigen Weingut in Wachenheim. „Für uns ist der Austausch und die gemeinsame Präsentation wichtig, denn gemeinsam kommt man immer weiter als allein.“ Wachenheim sei eine richtige Rieslingregion, erklärte er, warum er zwei Rieslinge als Große Weine mitgebracht hatte. Kerstin Kirchner vom Weingut Kirchner in Freinsheim lobte generell den Austausch der Winzer untereinander. Es gebe eine schöne Kollegialität.

Die Besucher machen mehrere Runden

„Wir sind immer sehr zufrieden mit der Präsentation“, sagte Ralf Bonnet vom Weingut Naegele in Neustadt-Hambach. „Hier kommen sehr viele Leute mit Fachkompetenz, die gezielt probieren“, erklärt er, dass viele mehrere Runden nach einzelnen Rebsorten machten. „Es macht viel Spaß“, lobte Bonnet, der mit seiner Frau das Weingut betreibt, den Von-Busch-Hof als perfekten Rahmen.

„Das hier ist natürlich grandios“, fand Ralph Kammermeyer aus Esslingen, der zusammen mit seiner Frau Susanne und Susanne und Dirk Richter aus Offenbach am Main zufällig auf die Präsentation gestoßen ist. Bei einem gemeinsamen Wochenende der beiden Paare in Freinsheim sollte zwischen Wanderung und Abendessen noch eine kleine Weinprobe eingeschoben werden. Susanne Richter lobte das Format, ihr Mann fand es interessant, so viele Weine von so unterschiedlichen Weingütern probieren zu können.

Erfahrene Besucher der Präsentation hingegen waren Martin Suckut mit seiner Frau und Petra Gund aus Mannheim. „Wir kennen schon so viele Winzer“, lachte Gund. Suckut lobte die entspannte Atmosphäre der Veranstaltung. Es gebe immer wieder sehr interessante Weine, die zudem auch noch bezahlbar seien. „Aus den vielen Weinen die Nuance zu finden, die uns besonders schmeckt, das macht so viel Spaß“, erklärte er weiter.

Weinexperte Steffen Michler hatte im Vorfeld empfohlen, ein Augenmerk auf die Chardonnays zu legen. Die sind das Herzensprojekt von Michael Schroth aus Grünstadt-Asselheim, bestätigte Nina Engel, die für ihren Chef die Weine präsentierte. Seit acht Jahren widme er sich intensiv den Reben, die er extra aus Frankreich bezogen hatte und die in einem kleinen Holzfass reifen. Die schattige Lage „Im tiefen Tal“ sei bei ihnen etwas Besonderes, was sich auch auf dem Etikett zeige, ergänzte Engel.

Sinnieren über die Säurestruktur

Philipp Wegner bestätigte, dass Chardonnay immer mehr nachgefragt werde. „Auch unsere entwickeln sich“, erklärte der Dürkheimer Winzer. „Sie werden immer präziser und aussagekräftiger, die Säurestruktur macht ein schönes Spiel.“ Man habe ein klareres Ziel als früher vor Augen, auch das Holzfass werde dem Wein angepasst, entwickle man sowohl im Weinberg wie auch im Keller den Wein weiter.

„Der Hainfelder Letten ist unsere beste Lage“, betonte Chie Sakata, Kellermeisterin des Weinguts Bernhard Koch in Hainfeld. Die Böden seien sehr kalkhaltig und die Reben außerdem über 20 Jahre alt. Sakata betitelt ihren 24er Chardonnay als feinen, tiefgründigen Jahrgang. Fans der guten und bekannten Weine aus dem Burgund wären immer wieder beeindruckt, wie gut deutsche Chardonnays und Pinots schmecken können, betonte sie, dass sich ihre Weine nicht hinter den französischen zu verstecken brauchen.

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