Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Freibad: Eintrittspreise steigen

Rechnerisch nutzen etwa zehn Prozent der Wachenheimer das Freibad.
Rechnerisch nutzen etwa zehn Prozent der Wachenheimer das Freibad.

Der Eintritt ins Wachenheimer Freibad wird teurer. Der Erste Beigeordnete Jürgen Bohl (SPD) richtete einen Appell an seine Mitbürger, das Bad zu unterstützen.

Jugendliche zahlen künftig 3 statt 2 Euro (Zwölferkarte: 30 statt 20 Euro), Erwachsene 4,50 statt 4 Euro (45 statt 40 Euro). Die Preise für die Saisonkarten bleiben stabil (Jugendliche: 40 Euro, Erwachsene 80 Euro, Familien: 150 Euro). Dieser Erhöhung hat der Stadtrat am Donnerstag einstimmig zugestimmt. Die FWG-Fraktion war abwesend. Die Erhöhung sei notwendig, weil Löhne und allgemein die Preise gestiegen seien, argumentierten Stadtspitze und Stadtwerke.

Neu ist die Tageskarte für Familien, die mit 12 Euro zu Buche schlägt. Die Erhöhung werde so für Familien mit Kindern relativiert, sagte Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) zu dem neu eingeführten Modell. Durch die Erhöhung der Eintrittspreise rechnet die Stadt mit 7500 Euro Mehreinnahmen (bisher: 57.000 Euro). „Jeder Euro mindert das, was die Stadt fürs Bad zuschießen muss“, so Bechtel. Dieser Zuschuss erhöhte sich zuletzt stetig: Im Jahr 2023 musste die Stadt nach Angaben von Bechtel etwa 150.000 Euro dazugeben, im Jahr 2024 rund 166.000 Euro und 2025 wohl 187.000 Euro.

Zusammenhang mit Anstieg der Pool-Dichte?

Vor Corona waren die Besucherzahlen etwas höher, erklärte Stadtwerke-Leiter Dieter Panzer auf eine Nachfrage von Isabelle Euler (SPD). In den vergangenen Jahren seien die Besucherzahlen fast immer gleich gewesen, so der Stadtwerke-Chef. Gemittelt auf die vergangenen drei Jahre seien 6750 Einzelkarten (Jugendliche: 3519), 150 Dutzendkarten (Jugendliche: 62), 89 Saisonkarten (Jugendliche: 35) sowie 74 Familienkarten verkauft worden.

Euler sah einen möglichen Zusammenhang der sinkenden Besucherzahlen mit der gestiegenen Anzahl privater Pools in der Stadt. Bechtel sagte, das sei nicht auszuschließen. „Wir haben ein schönes Freibad, man muss nicht unbedingt einen bauen, aber wer’s will ...“

Bechtel stellte die Rechnung auf, dass durch den Verkauf der Familien- und Saisonkarten etwa zehn Prozent der Bevölkerung der Stadt Wachenheim regelmäßig das Bad besuchen. Für den Ersten Beigeordneten Jürgen Bohl (SPD) war das zu wenig. „Um das Freibad zu unterstützen, müssten das 25 Prozent sein, damit es sich ein bisschen rechnet“, so Bohl, der die Sitzung zum „Riesenappell an die Wachenheimer“ zum Kauf einer Saisonkarte nutzte.

Stärkerer Anstieg bei Jugendlichen

Petra Herriger (Grüne) wies darauf hin, dass es bei den Jugendlichen eine Preissteigerung von 50 Prozent gebe, bei den Erwachsenen seien es nur 12,5 Prozent. Der Schritt sei jetzt bei den Jugendlichen größer, weil diese bei der letzten Erhöhung verschont geblieben seien, erklärte Panzer. Bei der Preisgestaltung hätten sich die Wachenheimer an ihren Mitbewerbern orientiert. Die Preise seien nun genauso wie im Deidesheimer Freibad.

Andere Ausgaben, wie beispielsweise der Getränkekauf am Kiosk, seien oft teuerer als der Badbesuch selbst, deswegen müsse man diese Preise in Relation setzen, sagte Bechtel. Die Stadt müsse schauen, dass die Subvention fürs Bad nicht zu hoch werde. Er betonte, dass es im Wachenheimer Freibad Schwimmkurse gebe. Damit erledige die Stadt auch eine Grundversorgung für die Region, weil diese Kurse kaum noch einer anbiete.

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