Wachenheim
Fenstergeschichte(n): Spätgotisches Fenster in Sakristei der Georgskirche
Das Fenster gehört zum katholischen Teil des Gotteshauses und befindet sich in der Sakristei. Dezent und stimmig wirken die gotischen Ornamente aus rotem Sandstein: Oben schließt das Fenster mit offenem Dreipass ab. Dieser Bauschmuck besteht aus drei Kreisbogen, von denen die beiden unteren nur angedeutet sind. Eingebettet liegen die Bogen in einem schmalen Rechteck.
Zuerst gab es eine Chorturmkirche
Der Stil der Spätgotik prägt einen großen Teil von St. Georg. in Wachenheim. Dem Bauwerk ging eine sogenannte Chorturmkirche voraus: Bei dieser Anordnung befindet sich der Turm direkt über dem Chor. Im 15. Jahrhundert wurde östlich des Turms ein neuer Chor angebaut. An der Nordseite des Turms lag vormals die Sakristei. Sie wurde an der Südseite neu errichtet und stellt heute die Südkapelle dar. Die jetzige Sakristei, die sich direkt anschließt, entstand etwas später.
Nicht nur bauhistorisch blickt die Wachenheimer Kirche auf eine wechselvolle Geschichte zurück: Zweimal wurde sie im 17. Jahrhundert zerstört. Nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg von 1689 blieb sie erst einmal verwüstet. Erst 1711 war der Wiederaufbau der Kirche abgeschlossen.
Mauer seit 310 Jahren zwischen Chor und Langhaus
Wieder aufgebaut im frühen 18. Jahrhundert, teilten sich Reformierte und Katholiken das Gebäude. Die Protestanten erhielten das Langhaus, die Katholiken den Chorraum. Seit knapp 310 Jahren trennt eine Mauer zwischen Chor und Langhaus beide Teile der Simultankirche.