Wachenheim
Fenstergeschichte(n): Kleine Verbindung zur Waschküche
Die Frontseite des Gebäudes an der Ecke von Mühlgasse und Weinstraße weist auf das Entstehungsjahr 1746 hin. Das Wohnhaus mit massiv gemauertem Erdgeschoss und darüber liegendem Sichtfachwerk ist Teil eines ehemaligen Bauernhofs. Im Treppenaufgang liegt das kleine Fenster und schafft eine Verbindung zur einstigen Waschküche.
Es wird horizontal geteilt und ist von hölzernen Rahmenelementen umfasst. Die auf Sicht gesetzten Leisten wurden auf Gehrung geschnitten – sie stoßen also an ihren Eckverbindungen im Winkel von 45 Grad aufeinander. Neueren Datums sind die undurchsichtigen Scheiben.
Fensteröffnungen waren für Waschküchen wichtig. Wo sie ins Freie führten, wurde die Wasserdampf abgeleitet. Noch heute nutzt der Volksmund den Ausdruck „Waschküche“ als Bezeichnung für dichten Nebel. So manch andere Wortbedeutungen kennen wir bezüglich des Wäschewaschens. Auch als das kleine Fenster entstand, erledigten bei wohlhabenden Familien angestellte Wäscherinnen die schwere Arbeit. Die Mägde plauderten manches über die verschiedenen Hausstände aus. So kam es zum Begriff „Waschweib“ für Klatschtante oder Plappermaul.